serie master-macher
Rose Breuss kommt aus Vorarlberg und hatte eine Karriere als Eiskunstläuferin vor sich, als sie mit 15 Jahren erkannte, dass ihr ein Leben zwischen Preisrichtern und Sportvereinen nicht genügen würde. Sie suchte stattdessen: eine Verbindung zwischen Intellekt und Motorik, zwischen Geist und Körper, und das in größtmöglicher Offenheit. Nach dem Abitur begann sie in Wien an der Hochschule für Musik das System Rosalia Chladeks zu studieren, ging dann nach Amsterdam und an die Temple University in Philadelphia.
Erfrischend fand sie, dass dort – anders als bei uns – Unterschiede zwischen zeitgenössischen und klassischen Techniken keine Lagerfehden auslösen. Diese Einstellung hat sie geprägt, und in diesem Sinn leitet sie ihr Institut. Kategorisierung und ideologische Prägung sind ihr zuwider, schon die Frage «Machst du modern oder machst du klassisch?» langweilt sie zu Tode.
Rose Breuss und ihre Studenten befinden sich im Aufbruch. Auf dem Gelände des ehemaligen Schlosses Hagen in Linz/Urfahr wird nun die Anton Bruckner Privatuniversität neu gebaut. Ein riesiges Stück Land, von Wald umgeben und mittendrin eine großartige, einem Instrument nachempfundene Architektur – das alles wird ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2015
Rubrik: praxis, Seite 72
von Susanne Zellinger
im august/september: kritik üben_______
Irmela Kästner, Kollegin und Kritikerin, hat in Hamburg sechs Tänzerpersönlichkeiten die Frage nach ihrer Kritikfähigkeit gestellt – und damit auch die Frage nach der Kritikfähigkeit von Kritikern angestoßen. Was eigentlich berechtigt zu Kritik? Die eigene Glaubwürdigkeit, sowohl die des Tänzers als auch die des Kritikers?...
Ein aufrechter, dunkler Strich mit leuchtend blauen Augen bewegt sich lässig im Zwielicht des Cafés in Israels größtem Tanzzentrum auf seine Gesprächspartnerin zu, entblößt lächelnd weißblitzende Zahnreihen. Ohad Naharin begegnet den Menschen längst schon herzlich und zugewandt, hat sein einstmals ziemlich arrogantes Auftreten mit den Jahren der Reife völlig...
Die Person der Carmen und damit auch die literarische Vorlage von Prosper Mérimée haben eine Vielzahl von Künstlern verschiedenster Sparten inspiriert, von Malern, Schriftstellern und Modeschöpfern bis hin zu Choreografen und Filmregisseuren. Fast bei allen geht es um die verführerische und unbezähmbare Figur der Gitana, die am Ende sterben muss, eben weil sie sich...
