stralsund: Ralf Dörnen: «Sunset Boulevard»
Vor dem Film kommt die Werbung. Das ist auch im Theater nicht anders. «Sunset Boulevard» steht auf dem Programm, frei nach dem Hollywood-Hit von Billy Wilder, und wie im Kino ist nach dem Gong nicht gleich das Eigentliche zu erleben, sondern als Vorspann auf der Leinwand erst ein Hinweis auf den Produktionssponsor. «Tanz ist Energie» heißt es da zunächst völlig unverfänglich. Doch als sich wenig später die Stadtwerke Greifswald als Urheber des Slogans outen, bricht im Publikum energisches Gelächter aus.
Dabei ist die Geschichte selbst eher zum Weinen – Norma Desmond gehört schließlich zu jenen Stummfilm-Diven, denen der Ton nicht bloß die Sprache verschlagen, sondern auch die Karriere vermasselt hat. Ganz dem Glamour ihrer Erinnerungen hingegeben, kreist ihr Dasein um ein Kino-Comeback, das scheinbar in greifbare Nähe rückt, als ziemlich beiläufig Joe Gillis in ihr Leben tritt. Von Berufs wegen Drehbuchautor, kommt er gerade recht, dem verblassten Star den Weg zurück in die Studios zu ebnen. Dass dort inzwischen andere das Sagen, d. h. in diesem Falle doch wohl das Tanzen haben, will Norma Desmond nicht wahrhaben. Die Wirklichkeit verdrängend, wähnt sie sich eine ...
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Tanz Januar 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 44
von Hartmut Regitz
ausschreibungen_____
Der Bundeswettbewerb «Tanztreffen der Jugend», 27. August bis 1. September 2014, will den aktuellen Entwicklungen Rechnung tragen, Tanz als eigene Kunstform innerhalb der kulturellen Bildung zu etablieren und Tanz mit jugendlichen Amateuren im künstlerischen Kontext zu verorten. Schulklassen, Tanz-AGs an Schulen, freie Gruppen oder an freie...
ein Chinese, der seiner Heimat entfloh, weil ihn – wie so viele andere Künstler auch – der Machtrausch der Mao-Nachfahren in die Enge trieb. Viele Jahre später kam ihm ein Nationalepos in den Sinn, das von Aufbegehren und Wagemut kündet, und so erzählte er diesen «Traum der roten Kammer» neu, mit den Mitteln des Tanzes. Was geschah? Kaum hatte er seine...
«Letzte Abenteuer» – großartig, da will man dabei sein, da rutscht das Hirn sofort zurück zu mittelalterlich-gefährlichen Aventüren, intakten Tugenden und tapferen Rittern, die sich in den Dienst einer großen Sache stellen: den Gral zu finden – was ja letztlich immer nur eine Suche nach dem Sinn im großen Weltengefüge ist. Aber mit so etwas wie «Sinn» hapert...
