Triumph für Nike
In der Sportkleidung feiert die Uniform Triumphe. So steht’s bei Elfriede Jelinek.Heute feiert die Uniform nur noch sich selbst. Als Trendobjekt. Stromlinienförmig eingepasst in den Zeitgeist. Gleichartig antiuniform. Dazu mussten die acht Tänzerinnen bei Constanza Macras über ihre Bein-Tatoos nur züchtig die Socken mit dem ewig gleichen Haken-Zeichen ziehen. Schon war, wenn auch unauffällig, die Fußfessel fertig. Vom Sponsor als Partner gab’s kein Entkommen mehr.
Die beiden waren mal Nachbarn, Nike und Constanza Macras, als sie mit «Back To The Present» vor Jahren das leer stehende Berliner Kaufhaus Jandorf zur Partyzone erklärte. Nike witterte hier den «Trend» und entdeckte das durchtrainierte Mädchen als Symbol für Sex, Lust und Leistung. Die rebellischen Extremsporttänzerinnen von Constanza Macras markieren für Nike nun den kürzesten Weg von der Ware zur Pop-Art. Glaubwürdig, weil die Tänzerinnen ihr pop-kritisches Lebensgefühl, also das Authentische, gleich mitliefern, das auch Nike längst eher in der Kunst als im Konsumverhalten der Zielgruppe vermutet. So konnte Constanza Macras im Berliner HAU ruhig auch Karl Marx auf der Lagerfeuer-Gitarre singen lassen, «The value ...
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Die Bemerkung stammt von Bertolt Brecht: dass die größte Wirksamkeit eines Künstlers kaum je mit der größten (öffentlichen) Anerkennung einhergehe. Will heißen: Wenn es Preise, Ehrungen und Auszeichnungen hagelt, hat sich der revolutionäre Elan des Anfangs längst verbraucht.
Das scharfsichtige Statement galt auch für den Erneuerer deutscher Dramatik selbst. Legte...
I meet Margaretha Åsberg in her lofty studio situated in an old building on Skeppsholmen, a tiny island in the middle of Stockholm. The sun is shining through the high windows of the building that was formerly used for torpedo maintenance and is still called The Torpedo Workshop. Today the building houses Moderna Dansteatern, founded by Margaretha Åsberg.
Margaretha...
Ondiege Matthew aus Nairobi ist irritiert: «Wasn’t it disgusting for you at all?», fragt der kenianische Choreograf in die Runde. Das Düsseldorfer Publikum, das sich im tanzhaus nrw angewöhnt hat, seine Eindrücke nach der Vorstellung in einer gruppendynamischer Sitzung loszuwerden, schüttelt vehement die Köpfe. Nein, aber wir waren betroffen, sagen sie tapfer: «Vor...
