paris: nasser martin-gousset «pacifique»
Wer einen Tanzfilm in 3-D sehen will, geht am besten zu Nasser Martin-Gousset. Dieser Fan von Pop und Kino macht sich in «Pacifique» einmal mehr daran, dem Genre eine vierte, versteckte Dimension zu entlocken, die der ironischen Überhöhung, Verfremdung und Kristallisation. So war das bereits in «Péplum» oder «Comedy». Jetzt geht Martin-Gousset dem Agenten- und Actionthriller an den Kragen, von James Bond bis Lara Croft. Besonders liebt er die Figur des Doppelagenten, die er zum packenden Tanztheater mit Agentenkoffer, Laserpistole und Kreuzfahrt auf dem Pazifik multipliziert.
Martin-Gousset selbst geht am Stock, als alter machtbesessener Patriarch, pervers, lüstern und geldgierig. Acht Männer stehen um einen Tisch, als teilten sie ihre Beute auf. Sie packen einander an der Gurgel, teilen Hiebe aus, schablonenhaft stilisiert, präzis und ohne Pardon. Grün ist der Tisch, zwar nicht, aber Martin-Gousset, der bei Sasha Waltz und Josef Nadj mit der Dramaturgie der Körper vertraut wurde, kennt natürlich auch Klassiker wie Kurt Jooss. Am besten allerdings kennt er sich im Kino aus. Die Stereotypen des Actiongenres blättert er auf, er dekliniert, vervielfältigt und choreografiert sie: die ...
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Tanz Februar 2011
Rubrik: kalender, Seite 36
von Thomas Hahn
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