harlem shake
1981, Harlem, New York. Ein älterer, leicht besoffener Herr zuckt unkontrolliert mit den Schultern: Erst schießt die linke nach oben, dann schiebt sich mit der Hüfte auch die rechte Schulter nach vorn. Sein Unterkörper bewegt sich in stoßartigen Bewegungen rhythmisch vor und zurück. Der ganze Körper gerät in epileptisches Schütteln und Rütteln. Was dieser Mann namens Al B (bürgerlich Albert Boyce) noch nicht wusste: Er erfand einen Tanzstil. Anfangs «Albee» nach ihm selbst benannt, wurde er später als «Harlem Shake» weltbekannt.
Er löste den größten Internet-Hype aller Zeiten aus. Wie lässt sich das erklären?
Der «Harlem Shake» ist ursprünglich ein Streetdance, der wie alle Artverwandten in sozial-ökonomisch prekären Milieus wurzelt. Zwei New Yorker Viertel, Harlem und die Bronx, verzeichneten in den 1960er-Jahren aufgrund günstiger Mieten einen enormen Zuzug von Einwanderern. Sie wurden soziale Schmelztiegel, deren Einwohner mit Arbeitslosigkeit und Kriminalität zu kämpfen hatten. Zugleich lieferten sie einen fruchtbaren Nährboden für den Tanz, den vor allem Afro-Amerikaner aus dem Süden mitgebracht hatten, darunter Lindy Hop und Charleston. Aggression und Angst erfuhren ihre ...
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Tanz Juni 2013
Rubrik: tanzkongress, Seite 70
von Sebastian Göschel
Diesmal hat Kassels Tanzchef Johannes Wieland den Wiener Choreografen Chris Haring eingeladen, der mit Künstlerkollegen als Liquid Loft seit 2005 absolutes Formbewusstsein beweist. Mit zwei Stücken von jeweils knapp einer Stunde Dauer ist der Abend nicht eben klein geraten. Zudem sind «White Noise Tragedy» von Wieland und «Lego Love» von Haring unter dem Übertitel...
Helden sehen anders aus. Zum Schluss haben denn auch die beiden Titanen das Nachsehen, die sich zwei Akte lang gleichsam in den Haaren liegen. Allein Athena Parthenos triumphiert, während sich ein blau-weiß aufschimmerndes Kabelknäuel wie ein futuristisches Sonnengeflecht auf die Bühne senkt.
Das tut es auch am Anfang, kaum dass das Allegro aus dem «Concerto Grosso...
film_________
«doctor fabre will cure you!»
In der Apotheke des Doktor Fabre treffen wir auf Kröten, Katzen und weiße Kaninchen. Fische schwimmen in seiner Badewanne. Die steht auf einer Wiese am Schelde-Ufer. Mal knutscht der Künstler Jan Fabre eine Löwenstatue, mal hüpft der Choreograf Jan Fabre als menschengroßer Maikäfer von Baum zu Baum. Mal trägt er einen...
