isadora duncan: moderne gesten

Tanz - Logo

Nicht nur das Geburtsjahr verbindet Isadora Duncan, die Ikone des modernen Tanzes, und Abraham Walkowitz, einen Protagonisten moderner Kunst in Amerika. «Walkowitz, you ­have written my biography in lines without words, I can pass on» – mit diesem Ausspruch der Tänzerin als Titelzitat inszenierte sich der Maler als legitimer Vermittler ihres tänzerischen Vermächtnisses, als er 1945 einen Katalog seiner Duncan-Zeichnungen herausbrachte.

Da war Isadora Duncan schon lange tot, doch Walkowitz setzte sie unermüdlich weiter ins Bild.

Über 5000 Blätter soll der Maler mit dem Motiv der tanzenden Duncan geschaffen haben. 1906 lernte er sie im Atelier von Auguste Rodin kennen und sah sie in Paris bei einer Privatvorstellung tanzen. Oft hat er sie nicht wiedergesehen: gelegentlich in New York bei ihren Amerikatourneen zwischen 1908 und 1916. Doch die Bewegungsqualitäten der Tänzerin hatte er völlig in sein grafisches Vokabular inkorporiert, wie die Tanzwissenschaftlerin Ann Cooper Albright schreibt. In einem Essay verknüpft sie sein gestisches Zeichnen als ein Duncan-Enactment mit ihren atmenden Bewegungsrhythmen und Gertrude Steins rhythmisierten Verbalvariationen ihres Prosaporträts der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2011
Rubrik: medien, Seite 59
von Thomas Betz

Weitere Beiträge
tanzarchiv: s.o.s. aus leipzig

Eine paradoxe Situation: Während die Kulturstiftung des Bundes einen Tanz­erbe-Fonds auflegt, droht dem Tanzarchiv Leipzig in seiner jetzigen Form das Aus. Wer Geld aus dem neuen Stiftungstopf erhält, um damit ein Projekt zu Rudolf von Laban zu verwirklichen, der wird in Zukunft vielleicht ein Rechercheproblem haben. Denn Labans im Leipziger Tanzarchiv lagernder...

jeder hilft jedem

Die Audition als Workshop, als ein gemeinsames Erlebnis, bei dem man nicht leidet, sondern lernt, bei dem man nicht kämpft, sondern kommuniziert? In Monaco wollte es Ballettdirektor Jean-Christophe Maillot zumindest mal versuchen. Und weil das Ergebnis gut gefiel, soll nun der Beginn jedes Tanzjahrs am Grimaldi-Felsen der Jugend gewidmet sein. Das Herzstück: ein...

für tänzer: workshops

In London an der Brunel University im Artaud Performance Centre werden in «The World from within and with-out (in memoriam Kazuo Ohno)» Performancetraditionen und heutige Körpertechniken untersucht, unter anderem mit Biyo Kikuchi , Olu Taiwo, Ka-therine Mezur, Peter Sempel, Ksenia Yakunicheva: 4. und 5, April.
people.brunel.ac.uk/dap/
artaudforum.html

In Berlin zum...