Fumiko Ikeda, Tim Etchells: «in pieces»
Vorstellen muss man sie nicht mehr: Fumiyo Ikeda kennt, wer Rosas kennt. Die Japanerin war fast von Anfang an ein starker Aktivposten in Anne Teresa De Keersmaekers Kompanie. 2007 tat sie sich mit Benjamin Verdonck und Alain Platel zu einem eigenen Stück zusammen, in dem sie und Verdonck die furchtbaren Erlebnisse von afrikanischen Kindersoldaten verkörperten. Jetzt kam Ikedas «in pieces» in Brüssel heraus – ein Solo mit Sparringspartner Tim Etchells von Forced Entertainment. Der Gegenstand ist Ikeda selbst, sind die umwerfend unterschiedlichen Facetten ihrer Persönlichkeit.
Am Anfang von «in pieces» ist Erinnerung. Aber der fertige Abend zeigt nichts von Fumiyo Ikedas Vergangenheit. Anders als ein Portrait es nahelegt, sind Erinnerungen unzählig und voller Ungereimtheiten. Vom Kramen im Gedächtnis nach dem verlegten Schlüssel zu den Eckdaten von Weltkriegen, die man in der Schule gelernt hat: Die Summe all dieser kleinen und größeren Stückchen macht uns aus. Um ihrer habhaft zu werden, kann man zum Beispiel Listen schreiben … «in pieces» ist voll davon.
Es beginnt mit kleinen Choreografien zu ebenso kurzen Musikfragmenten aus György Ligetis Streichquartett «Métamorphoses ...
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Zählt man ihr erstes Solo «Asch» von 1980 dazu, durchmisst das choreografische Œuvre von Anne Teresa De Keersmaeker fast drei Jahrzehnte, in denen sie annähernd vierzig Werke von hervorragender Qualität schuf. Ihre ersten Stücke wie «Fase» (1982) oder «Rosas danst Rosas» (1983) sind noch immer im Repertoire ihrer Kompanie. In «Rosas danst Rosas», für das sie in New...
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Wo ist er nur, der Schlüssel zu den glücklichen Ahnungen der Kindheit? Versteckt er sich ganz hinten im Schubladeneck? Oder lauert da noch ein verstaubter Albtraum, der seine frühere Wirtin und ihr Publikum gern noch einmal im Schlaf überfallen würde? Und wer ist das graue Fräulein hinter der Glasscheibe? Eine verwunschene Gouvernante oder gar ein verhextes Kind,...
