«12/ ... Im linken Rückspiegel auf dem Parkplatz von Woolworth»
Seelsorge auf VA Wölfls Bühne: Es ist nicht gut für die Moral, schlechten Tanz oder schlechte Kunst zu sehen. Deshalb darf man jetzt anrufen bei Neuer Tanz und sich trösten lassen. Ein Schein-Angebot aus der Bühnenrealität. Ein Tänzer säuselt die Offerte ins Mikrofon, die doch selber Teil einer Performance ist und damit Spott und Hohn für all die Ratlosen und Verstörten, die nach VA Wölfls kryptisch und unzitierbar betitelter «Triografie» rausgehen und sich beschweren möchten: Wieder mal keinen Sinn, keine Themen, keinen Tanz.
Man hatte – so will es der Schöpfer – allenfalls «verplemperte gute Zeit». Manchmal hatte man bei VA Wölfl auch schon Langeweile – bei seiner Triografie nicht einen Moment.
«Neuer Tanz goes Pop» lautet das aktuelle Credo der Kompanie, ein weiterer Schritt zum Spiel mit dem Kommerz, nachdem Ensemble-Chef Wölfl vor drei Jahren in seinem Erfolgsstück «Revolver» bereits seine Begeisterung für die Bekömmlichkeit der Operette verkündet hatte. Schon da suchte er den Trash des Discotanzes. Die Recherche in Sachen «schlechter Bewegung» – «geht’s noch schlechter?» – führt Wölfl nun fort. Ein «Propagandastück für den Krieg» sollte es diesmal sein. Wölfl ist es zu banal, ...
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When the curtain lifts on Cavalia, a woman and a gelding stand on a stage covered in sand. They appear to be strangers to one another – fine representatives of their species and sexes, reflected in the pool of water between them. But when the woman moves, the horse responds and when the horse moves, the woman responds. She offers him water from her hand, he drinks....
Maurice Béjart gehörte in Lausanne zu Weihnachten wie Eier zu Ostern. Im Advent pilgerte man gern zu seinen immer ausverkauften Vorstellungen, trank in der Pause ein Glas Champagner. Jedes Jahr ein neues Stück, das war sein Geschenk an die Stadt, seine Heimat seit 1987. Diesmal ist alles anders: der Maître starb vier Wochen vor der Uraufführung. Im Théâtre de...
Michael Kidd konnte toll tanzen, er war ja rechtzeitig von Verfahrenstechnik auf Ballett umgestiegen. Er tourte mit Lincoln Kirsteins Ballet Caravan, war «Billy the Kid» und, obwohl eher zierlich als bedrohlich, auch «Bluebeard»; 1942 ging er als Solist zum Ballet Theatre, dem späteren American Ballet Theatre, aber zum Glück für die Nachwelt dauerte seine...
