Nijinsky lebt
Wären sie echt, dann wären sie eine echte Sensation: sekundenkurze Film-Clips des tanzenden Vaslav Nijinsky, circa 1912, entsprechend körnig, düster und verwaschen, für alle frei zugänglich auf YouTube. Unsere Autorin Annette von Wangenheim machte uns auf den Aufruhr im Netz aufmerksam. Sie nahm uns allerdings auch gleich die Hoffnung, dass hier tatsächlich einer einen Sensationsfund getätigt und liebevoll restauriert hätte, wonach Dutzende von Historikern und Tanzwissenschaftlern bislang vergeblich gegraben haben. Nijinsky, der berühmteste Tänzer aller Zeiten, auf Zelluloid.
Von Wangenheim, selbst Dokumentarfilmerin, erkannte: Was der französische Animationskünstler Christian Comte hier sehr missverständlich deklariert, ist bloß ein neuer Trickfilm aus alten Fotografien.
Derer gibt es viele. Vom Faun, von Petroushka, vom Goldenen Sklaven mit seiner Shéhérazade, vom Harlekin und vom Geist der Rose ... Patrizia Veroli erzählt ab Seite 10, wie Nijinsky durch sie und die kluge Marketingstrategie seines Impresarios Sergei Diaghilev erst zur Ikone der heraufdämmernden Tanzmoderne werden konnte. Und wie es kommt, dass 2009, ein volles Jahrhundert nach seinen legendären Auftritten bei den ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Mann ist ein Roter und kein Schwarzer: In diesem Fall meint das nicht seine Hautfarbe, sondern die Parteizugehörigkeit. Aber man kann Hans-Georg Küppers dennoch guten Gewissens einen Kultur-Obama nennen, der in noch nicht einmal zwei Jahren als Münchner Kulturreferent konsequent kittet, flickt, re- und neu konstruiert, was seine Vorgängerin Lydia Hartl in sechs...
Ein Haus ist mächtig. Wie mächtig, zeigte jetzt das im Zweiten Weltkrieg stark zerstörte Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel. Zehn Jahre lang hat es der Architekt David Chipperfield geflickt. Im Herbst soll es aufgefüllt werden mit der Sammelwut unserer Vorfahren, die ihr Griechenland mit der Schaufel suchten und im von Napoleon eroberten Ägypten nach einer...
Kaum ein Leser von Emily Brontës «Wuthering Heights» widersteht dem Bann, der von Cathy, der zentralen Figur des Romans, ausgeht. Wohl umso mehr, wenn man selber so heißt ... Zufall, dass die Leiterin des Bern:Ballet und die Protagonistin ihres neuen Stücks denselben Vornamen tragen. Cathy Marstons Adaption ist entsprechend überzeugend.
Cathy steht für...
