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Reid Anderson, wie sieht man einem 17-, 18-jährigen Tänzer an, wie gut er einmal sein wird?
Früher, als ich angefangen habe als Ballettdirektor zu arbeiten – in Vancouver, in Toronto – sind die Leute von irgendwoher gekommen und haben vorgetanzt. Man musste sich innerhalb von einer Stunde entscheiden, ob man sie oder ihn haben will. Es war schwerer, und es war leichter, denn man konnte sagen: als Typ, nein, tut mir leid. Jetzt ist es völlig anders, fast alle jungen Tänzer, die ich engagiere, kommen aus der John-Cranko-Schule, die zu uns gehört.
Sie kommen nicht erst in die Kompanie, die sind eigentlich schon in der Kompanie. Ich kenne die Schüler und Schülerinnen, ich arbeite ständig mit ihnen. Das macht meine Arbeit, das Weiterkommen, viel leichter. Das gilt auch für die Förderung von Choreografen. Als ich als Direktor hierher nach Stuttgart gekommen bin, habe ich verstanden, was John Cranko damals machen wollte, er hat das alles in England gelernt.
Wie unterscheidet sich ein Tänzer im Jahr 2014 von einem Tänzer des Jahres 1970 oder 1980?
Es wird oft beklagt, die Tänzer von heute hätten keine Persönlichkeit mehr. Ich bin total anderer Meinung. Als wir damals getanzt haben, mit ...
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Tanz Juni 2014
Rubrik: praxis, Seite 68
von Angela Reinhardt
newcomer_________
julia stepanova
Das Theaterglück ist trügerisch und alles andere als gerecht. Das beweist einmal mehr die Bühnenkarriere der hochbegabten Julia Stepanova am Sankt Petersburger Mariinsky. 2009 schloss sie die Waganowa-Akademie ab und tanzte bei der Absolventen-Gala die Fliederfee so brillant, dass man gewiss war, der Geburt einer neuen...
Wenn ein Buch in Bewegung gerät, nennt man es für gewöhnlich ein Daumenkino. Dafür ist der Rückblick auf das Ballets-Russes-Festival in Monaco um einiges zu groß geraten. Ein Table Book kann man die gesammelten Erinnerungen zum Thema Ballets Russes & compagnies kaum nennen, aber ein Kunstwerk der besonderen Art – schließlich ereignet sich ein Centenaire, wie der...
Die 100. Wiederkehr der Uraufführung des Balletts «Le Sacre du printemps» von Igor Strawinsky und Vaslav Nijinsky ist kaum vorbei. Die Fülle an choreografischen Neubearbeitungen und Symposien, die auch die freie Tanzszene integrierte, wird «Josephs Legende» nicht zeitigen – Richard Strauss’ wichtigstes Ballett, das im Mai 1914, ein Jahr nach dem «Sacre», in Paris...
