berlin: Nico and the Navigators: «Petite messe solennelle»
34 Jahre lebte der Opernkomponist Gioachino Rossini von einer stattichen Rente aus seinem Vertrag mit dem französischen König. Abgesetzt von Liberalen des 19. Jahrhunderts, die Rossini viel Zeit gaben, das Geld für Trüffel auszugeben und, glaubt man den Brüdern Goncourt, «junge Mädchen dazu zu bringen, sich bis zur Taille auszuziehen und ihn seine Hände lüstern über ihren Oberkörper streifen zu lassen, und dabei ließ er sie an seinem kleinen Finger lutschen».
Ein Sünder, der hundert «Péchés de vieillesse» komponierte, darunter die bekannteste «Alterssünde», die «Petite messe solennelle», mit denkwürdiger Widmung: «Lieber Gott, habe ich wirklich geistliche Musik geschrieben oder nur dummes Zeug wie sonst auch? Du weißt sehr wohl, dass ich für die Opera buffa geschaffen bin. Das verlangt keine großen Fähigkeiten, dazu reicht im Grunde ein bisschen Gefühl. Also, Ehre sei Gott, und bitte lass mich ins Paradies kommen.»
«So mag ein religiöser Mensch wieder zum Kind werden», denkt der Schriftsteller Julian Barnes. Die choreografierende Regisseurin Nicola Hümpel denkt: Er ist noch heute da, der Kinderglaube vom guten Leben, selbst wenn Gott darin keine besondere Rolle spielt. Ihr ...
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Tanz November 2011
Rubrik: kalender und kritik, Seite 37
von Arnd Wesemann
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