Im Luftzug
Als Mann mit den Fußsohlen aus Wind hat Verlaine seinen Freund Rimbaud bezeichnet. Der Afrikaner Koffi Kôkô könnte sein Nachfahre sein. Der Kurator und Choreograf ist ein Global Player im Tanz. Daneben wirkt er als Voodoopriester in seinem Land Benin. Das Luzerner Tanztheater-Ensemble von Verena Weiss verpflichtete Kôkô und die Taiwanesin Chiang-Mei Wang als Gastchoreografen für einen Doppelabend zum Thema «Wind». Während Wang den ersten Teil des Abends sparsam mit fernöstlichen Bewegungsformen bestückt, macht Kôkô im zweiten Teil etwas mehr Wind.
Er verknüpft die Alltagsgesten des zeitgenössischen europäischen Tanzes mit erzählerischen Elementen aus dem afrikanischen Tanz. Auf der Bühne liegt ein Saum aus rotem Sand. Magisch bauscht sich der Mantel des Voodoopriesters auf dem Podest. Unter seinem Einfluss flirten die Frauen des Luzerner Ensembles hemmungslos mit den sich als Machos gerierenden Männern. Es wird umeinander geworben und miteinander gerempelt. Die Begegnungen zwischen Männern und Frauen sind voll echter Unwägbarkeiten wie der Wind, der ihnen beim Tanzen in die Kleider und Haare fährt. Kôkôs Stück ist eine lockere Folge von Solos, Duos, Trios und Gruppentänzen, die ...
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