Akram Khan: «Bahok»
Wer je in China war, kennt das Gefühl. Schon nach dem Weg zu fragen, bereitet Unkundigen große Schwierigkeiten. Lesen geht nicht, Gesten können in völlig falsche Richtungen weisen. «Ich bin nicht von hier», versucht Eulalia Ayguade Farro zu sagen. «Ich komme von weit weg.» Aber woher? Meng Ning Ning vom National Ballet of China will es wissen, aber die Spanierin, die in Großbritannien lebt, kann gar nicht wie antworten. Nicht nur, weil sie nicht Mandarin spricht. Sie weiß es einfach nicht.
Spanien, Großbritannien, Weltbürgerin? Für Akram Khan, seine Kompanie und die drei Tänzer des National Ballet of China ist es eine die Reise ohne An- und Herkunft.
Man trifft sich im leeren Raum, den Fabiana Piccioli, Sander Loonen und Akram Khan wie einen Bahnhof konzipiert haben. Die Anzeigetafel über den Köpfen spielt verrückt und lässt Buchstaben rattern: «Please Wait», «Delayed», «Rescheduled». Auskünfte, die zu verzweifelten Solos und wundersamen Duetten führt: Shanell Winlock eruptiv wie ein Geysir; Young Jin Kim ein fuchtelndes Nervenbündel; Saju tanzt gegen sich und die Welt; Zhang Zhenxin immer im schnellen Wechsel zwischen eleganter Pirouette und zerfallenden Formen. Andrej Petrovic und ...
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Sidi Larbi Cherkaoui ist ein Glaubensforscher. Die Religionen und ihr ideologisches Unheil für die Menschheit, das Paradox zwischen menschlicher Offenbarungssehnsucht und religiöser Tyrannei sind hinreichend Stoff für ein künstlerisches Lebensthema.
In «Origine» will er grundsätzlich werden, zurück zu den Wurzeln der Wurzeln. Von der Mythogenese bis zur...
Der Satz will gar nicht wieder aus dem Kopf. «Ach, wie schön, dass mal wieder getanzt wird.» Von der Dame mit dem ondulierten Haar in der vorderen Reihe dem Gatten ins Ohr gesagt. Auf diese Weise den Umsitzenden unbeabsichtigt ins Hirn geträufelt. Irgendwie wirklich schön, dass mal wieder getanzt wird. Vor allem, wenn sie so jung sind, die Tänzer. Noch nicht...
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