marseille: miet warlop
Belgiens Performance-Szene hat einen neuen Liebling: Miet Warlop heißt die junge Frau, die sich frech, anarchisch, unanständig derzeit auf Europas Festivalbühnen austobt. Ihr jüngster Streich mit dem innovativen Produktionshaus Campo aus Gent, «Mystery Magnet», explodiert vor den Augen wie ein Comicstrip.
Warlop ist bildende Künstlerin, entsprechend dynamisch bringt sie Farben und Material auf der Bühne zum Tanzen.
Sieben Performer stecken in Ganzkörpermasken, ihre umherstaksenden Hosen sind Teil einer fantastischen Objektwelt, die sich rasant zu kunterbunten Bildern formiert, zerfällt und sogleich wieder neu zusammensetzt. Es platscht und spritzt, quillt und bläht sich, als sei der Chemiebaukasten im Einsatz. Schaumpilze schießen aus Flaschen empor, Schwärme von Pfeilen fliegen im hohen Bogen und schlagen gefährlich spitz in den Boden ein.
Eingangs vermutet man eine konventionelle Erzählung: Ein ausgestopfter Mann liegt reglos auf dem Rücken, dumpf pocht sein Herz aus den Lautsprechern. Eine Frau wird hereingetragen und in viel zu großen Schuhen abgestellt. Doch dann wechselt die Geschichte die Richtung: Drei seltsame Geschöpfe, gesichtslose Wesen unter riesigem Perücken-Mopp, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Oktober 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 45
von Irmela Kästner
Er ist eine zentrale Kultfigur des amerikanischen Postmodern Dance: Steve Paxton gehört – gemeinsam mit so namhaften Kollegen wie Yvonne Rainer – zu den Gründern der beiden künstlerisch wohl innovativsten und zugleich politisch aktivsten Performance-Kollektive der Vereinigten Staaten. Das 1962 ins Leben gerufene Judson Dance Theater war ebenso wie die 1970 folgende...
Ein Märchen, das «zu lesen, zu spielen und zu tanzen» ist – so haben Igor Strawinsky und sein Librettist Charles Ferdinand Ramuz 1918 «Die Geschichte vom Soldaten» angelegt, erzählt in der Tradition des russischen Jahrmarkt-Theaters. Der Komponist machte, auch den Entbehrungen des Ersten Weltkriegs geschuldet, aus der Not eine Tugend und entwarf das karge Konzept...
Sie war viele Jahre eine Säule der Batsheva Dance Company und Muse Ohad Naharins. Nun hat Sharon Eyal gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Gai Behar den Schritt in die Unabhängigkeit getan und die Kompanie L-E-V gegründet, die das hebräische Wort für «Herz» («Lev») im Namen trägt. Ihr Debüt gab die Kompanie mit dem Stück «House», einer Erweiterung der kurzen...
