madrid: Jo Strømgren «The Experiment»
Jo Strømgren fand seine choreografischen Markenzeichen in geschlossenen Gesellschafts- und Menschengruppen. In «The Department», «The Hospital», «The Convent», «The Consulate», «The Society» ging es um verfallende Ideale und ein einsames Sektierertum, das blind ist für die Welt ringsum, das auf Sonderlinge setzt, auf grobe Figuren, die Strømgrens Rohdiamanten sind und die er mit seinem feinen Humor schleift.
Der schallt besonders laut in «The Experiment». Das Publikum in Vilnius tobte zur Premiere und brüllte vor Lachen.
Dabei geht es um vier verzweifelte Freiwillige, die der Wissenschaft geopfert werden sollen. Man sieht ein Labor. Und die Volontärinnen darin sind selbst wie ein Experimentierraum, in dem es um die Wirkung radioaktiver und biologischer Stoffe auf ihren Körper geht. Vier Charaktere, von einer grauen Maus bis zur schillernden Persönlichkeit, machen sich mit so vollkommenem Ernst an die Sache, geben sich so restlos opportun der Gewalt des Experiments hin, dass es ulkig, völlig verrückt, restlos skurril beim Pub-likum ankommt.
Das geheime Experiment und ein nicht weniger geheimnisvoller Kapitän Sergei regieren die Szenerie. Obwohl die Missbildungen eines Neugeborenen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Tanzkritiker als Historiker und umgekehrt – was in deutschsprachigen Gefilden süffisantes oder nachsichtiges Lächeln auslöst, geht für Amerikaner wie selbstverständlich zusammen: Da mutiert eine Tanzkritik schon mal elegant zu einer historischen Reflexion. Den Spagat zwischen Kritik und Recherche beherrscht die Grande Dame der US-amerikanischen Tanzkritik,...
Die Ballettstangen werden zur Seite gestellt, die Geigerin, die das Training begleitet hat, packt ihr Instrument ein und geht. Die Tänzer verteilen sich im Raum. Pause beim Workshop der «Tanzwerkstatt Europa» in München. Richard Siegal beginnt sich zu bewegen, verlagert das Gewicht, fällt, zieht den Körper lang und wieder zusammen, schnörkelt mit der Hand. Dazu...
Sie hat sich gewünscht, dass der «Tanz immer mehr zu einer Kunst werden kann, die menschliche Größe befördert». Und dass er «nicht vornehmlich geistige Armut erzeugt durch Überbewertung mechanischen Trainings und engstirniges, leistungsbezogenes Denken». Mit unerschöpflicher Energie widmete sich Elise Ribeiro Ralston ihrer Kunst, mehr als zwanzig Jahre lang an der...
