woolf works
Eine sonore Stimme, aufgezeichnet 1937 von der BBC, fragt ins Rund des Royal Opera House: «Wie können wir die alten Worte neu ordnen, damit sie überleben, damit sie Schönheit erzeugen, damit sie die Wahrheit erzählen?» Es spricht die Schriftstellerin Virginia Woolf, und was sie verkündet, ist ihr literarisches Credo. Wer so vermessen ist, diese Ikone der Literatur, ihre Mission und ihr Opus auf die Ballettbühne bringen zu wollen, riskiert den Totalabsturz. Bebilderung äußeren Geschehens führt hier genauso in die Sackgasse wie ein Spaziergang über innere Landschaften.
Statt einen dieser Irrwege zu beschreiten, zieht Wayne McGregor in London die einzig richtige Option. Er nimmt das BBC-Tondokument, spannt es als Prolog vor seine dreiteilige Hommage «Woolf Works», macht sich das ästhetische Anliegen zu eigen und begegnet seiner Heldin so auf Augen-höhe – von Autor zu Autor sozusagen.
Der resident choreographer des Royal Ballet übersetzt Virginia Woolfs Maximen in die Sprache des Tanzes, reiht das klassische Vokabular zu neuen Kombinationen und baut daraus ein Gefüge, in dem – schön und wahrhaftig zugleich – Werk und Vita der Schriftstellerin aufgehoben sind wie in einem ...
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Tanz Juli 2015
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Dorion Weickmann
Das Thema der Hochzeit wird in der neuen Ballettpremiere im Linzer Musiktheater aus zwei Perspektiven beleuchtet. Zwei Choreografinnen aus unterschiedlichen Kulturen und mit verschiedenen Tanzsprachen beschäftigen sich damit. Die Koreanerin Hea-Kyung Lee beruft sich in «Mae» auf eine überlieferte Geschichte, und zwar die des Thronfolgers einer alten Dynastie,...
_____deutschland
On tour
Rasta Thomas und seine Bad Boys of Dance präsentieren «Romeo and Juliet» als Rockballett: Bonn, Oper, 7.–12. Juli; Fürth, Stadttheater, 17.–26. Juli; Hamburg, Thalia Theater, 28. Juli – 2. Aug.; München, Prinz-regententheater, 4.–16. Aug.; Essen, Colosseum, 18.–20. Aug.; Dortmund, Konzerthaus, 21.–23. Aug.; Frankfurt, Alte Oper, 25.–30. Aug.
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Die Person der Carmen und damit auch die literarische Vorlage von Prosper Mérimée haben eine Vielzahl von Künstlern verschiedenster Sparten inspiriert, von Malern, Schriftstellern und Modeschöpfern bis hin zu Choreografen und Filmregisseuren. Fast bei allen geht es um die verführerische und unbezähmbare Figur der Gitana, die am Ende sterben muss, eben weil sie sich...
