the fact of matter
Man kann hart fallen. Der Boden ist nicht gepols-tert. Die Journalistin landet auf den Knien, es wächst ein kleiner blauer Fleck. Schmerzhafter ist die Peinlichkeit, denn gleich zwei Museumswärter gucken erschrocken. Sie sind postiert, um maximal zwei Menschen zu erlauben, sich in oder an diese blöden baumelnden Turnringe zu begeben. Irgendwie macht‘s ja auch Spaß. Zuschauen ist uninteressant, man muss sich selbst vorarbeiten, von hier nach dort, und hält es für einfacher, als es ist. Jaja, so ist das Leben, die Wirklichkeit, the matter of fact.
Aber nein, die Installation heißt «The Fact of Matter». Sie ist von William Forsythe, also ist der schuld. Am Hinfallen, am Scheitern. Er hat die unter dem gleichen Titel laufende Ausstellung bestückt, mit der das Frankfurter Museum für Moderne Kunst, MMK, etliche seiner «Choreographic Objects» präsentiert, und zwar in Nachbarschaft zu ausgewählten Stücken aus dem Museumsbestand, die Forsythe gemeinsam mit dem Kurator Mario Kramer ausgesucht hat.
Ein Tor, das nach oben hin aufgeklappt ist wie eine Garage und Zugang zu einem großen Käfig erlaubt. Eine Falle. Eine Original-«Fanganlage für Wildschweine» (Andreas Slominski, 1999), die derart in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2015
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Melanie Suchy
Im Oktober blühte der freie Tanz in Stuttgart für einige Abende so lebendig wie lange nicht mehr. Die in Dresden an der Palucca-Schule ausgebildete Choreografin Nina Kurzeja erinnerte mit ihrer spartenübergreifenden Produktion «Ida Herion – Trace Back Session» an die 1920er-Jahre, als der kunstsinnige Unternehmer Ernst von Sieglin den Schülerinnen und Schülern der...
K. liegt am Boden und kann nicht mehr. Erschöpft ist er, erfroren im Schneesturm, in jenem, der in seiner Seele tobt und in der Kälte des Dorfes. Estefania Miranda hat Franz Kafkas Roman «Das Schloss» ein Ende gegeben und dieses an den Anfang ihres Stücks mit der Tanzkompanie Konzert Theater Bern gestellt. Sie bezieht sich damit auf Max Brods Aussage, Kafka hätte...
«schwanensee» in stockholm
Auch wenn dieser Schwan ein paar Federn gelassen hat: Der «Robocygne», von Asa und Carl Unander-Scharin im Labor aufgepäppelt, ähnelt zwar eher einem gerupften Huhn. Als künstlicher Schwan ist er aber zweifellos die Attraktion einer Ausstellung im Stockholmer Dansmuseet, die sich bis zum 6. Januar mit den vielfältigen Erscheinungsformen...
