brig: cocoondance «replay, the swan»

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Es gibt ja nichts Neues, alles ist schon mal dagewesen. Wozu der Aufwand? Vier Grazien in schreiend farbigen Morgenmänteln aus falscher Seide lagern auf einem großen Hocker am Rand der Bühne und finden sich beim Nichtstun schick. Die nackten Beine übereinandergeschlagen, Oberkörper gerade. Langsam schalten sie die Posen um, wenden den Kopf um neunzig Grad. «Can you repeat?», sagt eine.

Man weiß nicht, ob sie die Kollegin meint, die gerade auf der Bühnenfläche ein kraftloses Solo tanzt, oder die Nachbarin, deren Unterarmhebung sie kopiert, oder ob da bloß mechanisch wiederholt wird, was der Choreograf täglich verlangt: Noch einmal!

In «Re-Play. The Swan» wollten Rafaële Giovanola und Rainald Endraß mit ihrem Ensemble Cocoondance mal nicht ein Beziehungsthema anbohren, sondern dem Prinzip der Wiederholung nachgehen. Dabei gelingt ein schön skurriles Stück ohne Drama und verzwickte Perspektiven, das in seiner scheinbaren Oberflächlichkeit und gewollten Ziellosigkeit sehr zeitgenössisch wirkt. Weil sie ihren fünf Tänzerinnen, edelschaffe Damen auf Pumps, ein großes Thema hinwerfen: den Schwan. Sogar den «Sterbenden Schwan» der Pawlowa. Der stirbt hier ununterbrochen an fehlender ...

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Tanz Februar 2013
Rubrik: kalender, Seite 50
von Melanie Suchy

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