barocke lust
Mehr Garnelen im Salat, bitte! Dann brächen vielleicht wieder barocke Zeiten,
der Verschwendung und des Genusses an. Dem Barock hat der Tanz viel zu verdanken – damals wurde der Tanz zum Berufsfeld mit akademischem Ansehen. Begibt er sich heute erneut auf die Spur barocker Sinnen- und Verschwendungslust? Oder hätten wir das nur gern, angesichts einer Staatsverschuldung, die in jeder Sekunde um 2500 Euro wächst? Es gibt Halt, sich in Krisenzeiten an historische Etiketten zu klammern, den Historismus hochleben zu lassen und im Stil vergangener Zeiten zu repräsentieren.
Stichwort: Re-Enactment. Aber die Regulierungswut der Schrittkodifizierer von gestern hat den Tanz auch einiges gekostet. Auf der Strecke blieben das Spektakel und die Freiheit (S. 58).
Mehr Emotion, bitte! Fordert die Schauspielerin Corinna Harfouch von ihren Choreografenkollegen ebenso wie vom Publikum. Wer nur intellektuelle Selbstreferenzialität betreibt, dem droht sie an, selbst auf die Bühne zu gehen und mitzumachen. Dabei hat Corinna Harfouch gerade ihr erstes eigenes Stück Tanztheater vorgelegt, ein Spiel mit Raum, Bewegung, Text und Musik nach Marguerite Duras’ Roman «Der Schmerz». Was sie sonst noch zum ...
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unterschreibt an seinem 65. Geburtstag am 1. Juni einen Vertrag, der ihn für fünf Jahre in die Position des Ballettdirektors an den Vereinigten Städtischen Bühnen von Krefeld und Mönchengladbach hievt. Diese Position hatte er schon 2007 für wenige Monate innegehabt, bevor er Leiter der Ballett-Akademie München wurde und sich in Krefeld/Mönchengladbach nur noch...
Was Kampfkunst vom Kampfsport unterscheidet, nennt der Chinese chu fa. Heißt: Es ist egal, wer siegt. Lerne dich einfach selbst im Gegner kennen. Das ist, in einer jetzt im Tectum Verlag erschienenen Magisterarbeit, die schönste Aussage der «Kampfkunst-Tänzerin» Karolina Walkowicz. Selbst tanzt sie nur mit halber Kraft, weil eine Hand ständig in den Schriften der...
Irgendwann musste auch er sich des Stoffs annehmen. Für Mauro Bigonzetti gehört «Romeo und Julia» einfach «zur DNA eines jeden Choreografen». So formuliert er es in der Einführung, die der Live-Aufnahme seiner «Romeo und Julia» aus dem Jahr 2006 vorangestellt ist. Anstatt die Geschichte der beiden unglücklich Verliebten nachzuerzählen, extrahiert Bigonzetti die...
