Jared Gradinger
Jared Gradinger und Angela Schubot stehen sich gegenüber und schließen die Augen. Bis zum Ende ihrer knapp einstündigen Tanzperformance «is maybe» im Juni im Berliner HAU werden sie sie nicht öffnen. Eyes wide shut. Kein Blick fällt auf den anderen. Denn Blicke schaffen Distanz. Die beiden sehnen sich nach grenzenloser Nähe. «is maybe» kreist um den Wunsch, vom eigenen Ich erlöst zu werden. Zu zarten Ambient-Klängen dringen die Tänzer tiefer und tiefer in die Sphäre reiner Empfindung.
Erschöpft, aber glücklich sei er, sagt Gradinger im Gespräch.
Er wirkt wie jemand, der gerade eine intensive Erfahrung gemacht hat, für den sich eine Tür geöffnet hat. «Wir hatten eine zweieinhalbjährige Forschungsphase hinter uns. Unsere Körper waren so hungrig, als wir mit den Proben zu ‹is maybe› begannen.» Mit geschärften Sinnen bewegen sie sich aufeinander zu, zuerst ist alles nur Tasten, nicht mal Anfassen. Eine hoch erotische Szene. Dann presst er seine Hand in ihr Gesicht, sie drückt ihn mit ihrem Gewicht zu Boden. Beide japsen wie Wrestler bei ihren eisernen Umklammerungen. Was so zärtlich begann, wird zum aggressiven Akt.
Auch die schwebenden Skulpturen von Mark Jenkins zeigen die ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Performer des Jahres, Seite 123
von Sandra Luzina
David Rebel, Sie leiten seit 1986 die Schule Rebeltanz, eine ziemlich große Tanzschule. Was muss jemand mitbringen, der eine Tanzschule leiten will?
Wer eine Ballettschule gründet, sollte einen Blick dafür haben, ob ein Lehrer kompetent ist, ob er eine gute Ausstrahlung hat und ob er seine Kompetenz gut vermitteln kann. Ferner gehören für mich dazu:...
Kunst und das sogenannte breite Publikum standen schon immer in einem heiklen Verhältnis zueinander. Darum gibt es so wichtige Berufsbilder wie Public Relations, Tanzjournalismus und Tanzfotografie
Das Flüchtige nicht im Ungefähren
Auf seinem Schreibtisch im Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT) steht ein hellgrünes Köfferchen: der «Choreografische Baukasten». An dessen Entstehung war Nik Haffner im Hintergrund mit beteiligt. Die kleine Kiste suggeriert, was künstlerische Bühnenarbeiter brauchen: Handwerkszeug (tools), Pflichten (tasks) und...
