bühnenbilderbuch: Pina Bausch
Auch nach Beginn der Premiere sei noch nicht klar gewesen, erzählt Peter Pabst im Gespräch mit Wim Wenders, ob Pina Bausch nun in ihrem Stück «Danzón» selbst auftreten und zu dem eigens für sie gedrehten Film tanzen würde, oder ob es ohne den Film weitergehen musste. Der Bühnenbildner hat in fast dreißig Jahren der Zusammenarbeit mit dem Tanztheater Wuppertal poetische Raumwelten erschaffen, die Akteuren wie Publikum neue Erfahrungsmöglichkeiten eröffnen – seien es wirbelnde Projektionen auf zartem Tüll oder eine massive Mauer, die einstürzt.
Dass Pina Bauschs Tänzer seine Bühne «auf die schönste Art zu ihrer Welt machen würden», war das Glück, auf das Pabst sich in der konzeptionellen Arbeit und der oft abenteuerlichen technischen Realisierung verlassen konnte. Obwohl seine Suche stets im Diffusen begann, weil Pina Bausch sich nicht festlegen lassen wollte und er lange keine Planungssicherheit hatte.
So erfand und konstruierte er eine schwimmende Insel aus Hochofenschlacke, eine Felswand mit Moos, Farnen und plätscherndem Wasser, die aus der Senkrechten in eine begehbare Landschaft kippt, und ließ auf einem Feld aus 8000 künstlichen Nelken tanzen. Von diesem lebendigen Umgang mit ...
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