sammler
Am meisten Erfolg hat im World Wide Web immer genau das, was der Mensch schon aus der Offline-Welt kennt: Fahrkartenschalter, Buchhandlungen, Einkaufszentren. Das Crowdfunding entspräche im Straßenbild den Bettlern oder Geldsammlern gegen Tierversuche. Das kann nicht viel bringen, denkt man, auch wenn immer wieder Sagenhaftes zu hören ist: Ganze Kinofilme seien durch Kleinspenden im Netz finanziert worden, Weltreisen, Herzoperationen, journalistische Recherchen, die Entwicklung neuer Motorradhelme, die Rettung der Wale, die Ballettstunden sozial unterprivilegierter Kinder.
Crowdfunding, so charmant kann man auch übertreiben, sei schon jetzt «der Finanzierungsmotor der Welt». So zu lesen auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo. Nicht Betteln sei ihr Prinzip, versichert sie, sondern die freiwillige Zufuhr von Geldmitteln, die sonst sinnlos in der Zins- oder Dividendenmaschine vor sich hin wuchern.
Die Mikro-Gabe
Gerade Kreative, behaupten auch ähnliche Plattformen wie Kickstarter und Startnext, brauchen unbürokratische Hilfe. Das umso dringender, je mehr die Infrastrukturen für Künstler fehlen und die eigene Existenz im Dauerversuch ständig neu erfunden werden muss. Die These, dass ...
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Tanz Oktober 2014
Rubrik: praxis, Seite 68
von Arnd Wesemann
«Saugut!!!», urteilt die «New York Times», und wo sie recht hat, hat sie recht: Der «Schweinesee», den das Bolschoink Ballett im Mettropol-Theater zeigt, hat es in sich. Schon beim Anblick der Werbeplakate kann einem das Wasser im Mund zusammenlaufen, und dem Wolf, der sich in ein abgelegenes Quartier seiner Stadt verirrt, knurrt ohnehin schon gewaltig der Magen....
Eine bisweilen zu Großem fähige, vorrangig jedoch grausame Spezies – so porträtiert Wim Vandekeybus das Menschengeschlecht in «Talk to the demon», einem Stück, das ganz auf Musik verzichtet und allein die Tänzer in den Fokus der Aufmerksamkeit rückt. Es ist die menschliche, tief verwurzelte Angst, nicht geliebt zu werden, die der Belgier hinter der Fassade der...
Inmitten all der Tanzwichtigmacher auf der Internationalen Tanzmesse NRW in Düsseldorf Ende August verkündete sein Jutebeutel: «I like big books and I cannot lie». Ich kann nicht lügen. Ein Bekenntnis? Wer weiß. Jan Martens, ein schmaler, eher unauffälliger junger Mann, dreißig, weiß jedenfalls, wie sich Unterschätztwerden anfühlt. Bettina Masuch hat ihm jetzt am...
