ein wettkampf
ist kein Wettbewerb. Ein Wettkampf ist ein Kampf, auf den man Wetten abschließen kann. Die Regeln sind sonnenklar. Redet man dagegen vom Wettbewerb, sagt ein Politiker das gern so, als hinge das Überleben der ganzen Gesellschaft daran. Er warnt vor einer drohenden Verzerrung des Wettbewerbs. Der Wettbewerb an sich sei etwas Gutes, es gehe etwa um Chancengleichheit. Aber gilt das nicht auch für jeden Wettkampf?
Trotzdem ist der Wettbewerb das Gegenteil von einem Wettkampf. Sagt etwa die Künstlersozialkasse.
Der Tanz in der Kunst darf, anders als im Turniertanz, nicht «wettkampfmäßig» ausgeführt werden. In der Kunst komme es auf den «Umfang der Kreativität und des Gestaltungsspielraums» an. Damit wäre der Unterschied zu einem Wettkampf also der, dass der Wettbewerb etwas Unvorhersehbares an den Tag legt. Das Einzige, worauf man bei kreativen Choreografen-Wettbewerben (S. 66) tatsächlich wetten kann, sind jedoch die Begründungen der Jury. Sie könnte auch die örtliche Handelskammer formulieren: dass jemand «beispielhaft» oder «bemerkenswert» choreografiere.
Müsste man bei einem Wettbewerb nicht auch wetten können? Auch hier gibt es einen Einsatz, und man hofft auf Gewinn. Und zwar ...
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Tanz Dezember 2011
Rubrik: editorial, Seite 1
von
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Drags Aloud aus Australien...
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