auf in den kampf
Wir kommen! Der Tanz stellt sich auf, Arm in Arm, und marschiert gen Reichstag. Ganz so demonstrativ war es zwar nicht, aber das Symposium «Tanz und Politik» in Berlin Anfang Mai stellte doch eine Art Verbund oder Verbundenheit dar, die politische Entscheider beeindrucken konnte. Ob es wirklich ein «historischer Moment» war, wie hoffnungsvolle Tanzverbandsvertreter sagten, wird sich noch herausstellen. Die Chancen stehen gut. Gerade wenn man sieht, was eine Tanzlobbyistin wie Bea Kießlinger schon hinbekommen hat.
Das eintägige Symposium im schönen Kunstquartier Bethanien hat der Dachverband Tanz Deutschland veranstaltet, in dessen neunköpfigem Vorstand sie sitzt. Typisch für dessen gründlich-aufwändiges Vorgehen: Schon einen Tag vorher trafen sich die Mitglieder des Verbands, abends luden sie zum Runden Tisch, der eckig war und in der ungemütlichen Akademie der Künste neben dem Brandenburger Tor auch mit ein paar Politikern aufwarten konnte; einen Tag später setzte sich die Tanzproduzentengruppe «infoplus» zusammen. Und drei Tage vorher hatten sich Protagonisten der Tanzszene Baden-Württembergs in Freiburg getroffen zum Erfahrungsaustausch mit externen Fachleuten. Hier wie dort ...
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Tanz Juni 2014
Rubrik: ideen, Seite 64
von Melanie Suchy
Man darf sich den 30. Längengrad derzeit wie eine imaginäre Grenze vorstellen. Er verläuft schnurgerade von Norden an Sankt Petersburg und Kiew vorbei in Richtung der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer. Diese Linie fällt einen Schlagbaum quer durch Europa. Östlich von ihm wird russisch gesprochen, russisch gedacht, russisch regiert und russisch getanzt. Es ist...
Als Tanzdirektorin bei Konzert Theater Bern und Nachfolgerin von Cathy Marston hat Estefania Miranda einen glanzvollen Start hingelegt. Die Chilenin erneuerte das Ensemble, führte frische Programmformate ein sowie eine internationale Tanzplattform zur Förderung von Nachwuchschoreografen. Zudem haben ihre Gastchoreografen reüssiert, sowohl Nanine Linnings «Zero»...
Am Jahresanfang war das Zentenar in aller Munde. Kein Feuilleton, keine Nachrichtensendung, kein historischer Blog kam ohne schwergewichtigen Essay über den Ersten Weltkrieg aus. Vom Buchmarkt her erschütterte gar ein mittelschweres Beben die Leselandschaft: Haben wirklich die Deutschen das Katastrophenszenario angezettelt, wie es Fritz Fischers epochale Schrift...
