Diaghilevs Töchter
Es war einmal ... da hätte die Antwort auf die Frage, wer im Tanz die Strippen zieht, geheißen: die Männer. Die Impresarios. Die Sorte Sergej Diaghilev. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts gründete der legendäre Impresario die Ballets Russes und revolutionierte – mit dem Tänzer Vaslav Nijinsky als berühmtestem Pferd im Stall – das Ballett. Man darf auch an Paul Szilard denken, der heute stolze 95 Jahre alt ist und kein bisschen müde. Er lenkt noch immer die Geschicke großer amerikanischer Kompanien wie der Martha Grahams oder des Alvin Ailey American Dance Theater.
Der Beruf der beiden mit der herrlich weich gesprochenen Bezeichnung «Impresario» geht so: Sie bringen Geld und Künstler zusammen. Sie verkehren mit Komponisten und Konzernchefs. Um Brücken zu bauen zwischen Bankkonten und Bühnenereignissen.
Dieser Beruf des kreativen Produzenten setzt allerdings einen Markt voraus, auf dem sie tätig werden können. In Deutschland ist dieser Markt nur für Tourneebetriebe existent, mit denen die Politik nichts zu tun haben will. Geld für Kunst kommt bei uns fast ausschließlich aus Steuertöpfen, deren Verteilung den Politikern obliegt. Weil Politiker keine Impresarios sind, konzentrieren sie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Zukunft war für Igor Strawinsky kein heiß erstrebtes Ziel. Er lebte in der Gegenwart. Gisela Rochas neues Stück, uraufgeführt im neuen Programm von Introdans, «Strawinski Swingt» (mit van Manens klassischen «Ballettszenen» und Nils Christes «Symphony in Three Movements») veranschaulicht diese Verbundenheit des Komponisten mit seinem Heute und zeigt, wie sehr...
Wie schön es ist, an der Liebe zu leiden. Elis Regina mochte Tom Jobim nicht, den Superstar der brasilianischen Musikszene, Miterfinder des Bossa nova und Schöpfer des Girls von Ipanema. Trotzdem machten beide, Sängerin und Komponist, eine Platte zusammen, 1974. Eine wunderbar alterslose Musik. Sie kommt in kleinen Wellen, nie als Orkan. Reginas Stimme spaziert...
Sie sind eine der ganz wenigen Griechinnen, die mit ihrer freien Kompanie Quasi Stellar auf internationales Parkett eingeladen werden. Bessert sich die Tanzsituation in Griechenland? Ich glaube schon. Die Leute sind müde, immer nur die eine Art von Choreografien herzustellen, wie sie ihnen von der örtlichen Choreografenorganisation nahegelegt wird.
Sie meinen, es...
