Altenburg: «Eine infernalische Reise/Letzte Lieder»
Die «Dante-Sinfonie» ist für die Bühnen der Stadt Gera eine Nummer zu groß. Jedenfalls, was den Orchestergraben betrifft; die Harfen müssen für die Zeit der Aufführung mit den beiden Proszeniumslogen vorliebnehmen. Ansonsten ist das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera allerdings ganz da, und Generalmusikdirektor Laurent Wagner schöpft mit hörbarem Erfolg aus dem Vollen.
Düster dagegen die Bühne von Andreas Auerbach: ein «schwarzes Loch», in dem alles Lebendige zu verschwinden droht.
Ein Einziger scheint sich dem Sog zu widersetzen: Dante Alighieri, Dichter jener «Divina Commedia», die Franz Liszt 1855/56 in Töne setzte. Erst als ihn die «toten Seelen» seiner typischen Physiognomie berauben und ihn zwei Sätze lang gleichsam als einen der Ihren betrachten, kann er das «Inferno» und das «Purgatorio» sozusagen am eigenen Leib erleben.
Silvana Schröder bebildert die «Göttliche Komödie» nicht, wie das beispielsweise ein Botticelli oder Gustave Doré getan haben. Das hätte leicht banal geraten können. Vielmehr bleiben die Visionen der Ballettdirektorin bei aller Virtuosität abstrakt und lassen die Nahtod-Erfahrungen Dantes eher als kollektives Schicksal spüren, aus dessen Mitte sich ...
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Tanz März 2018
Rubrik: Kalender, Seite 38
von Hartmut Regitz
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