Fluchtgefahr

Lightfoot León, Godani: «Silent Screen», «Anomaly One» in Montpellier

Tanz - Logo

Sollten manche Kollegen Paul Lightfoot/Sol León im Jahrbuch als Hoffnungsträger führen, so wären sie nicht zu widerlegen. Das Nederlands Dans Theater I schenkte Montpellier ­Danse zwei Premieren. Eine, «Silent Screen», ist das Werk der aktuellen künstlerischen Leiter der Vorzeigekompanie aus Den Haag. Die andere, «Ano­maly One», ist ein Sturm im Wasserglas von Jacopo Godani.
Die Tanzwelt teilt sich in jene, die meinen, jede Art körperlicher Kommunikation sei unweigerlich Tanz, und jene, für die eine Ballettfigur nur dank kinetischer Energie lebt.

Erstere sind stolz, den Tanz von einer vermeintlichen Fixierung auf das Kino befreit zu haben. Lightfoot León dagegen schreiben eine Art Rezeptur für das romantische Handlungsballett der Zukunft: ausgerechnet mit einem sphärischen Road Movie in Schwarzweiß. Drei Bildschirme bilden die Rückwand einer verengten Bühne. Die Protagonisten gehen träumend am Strand. Was ihnen in den folgenden fünfundvierzig Minuten widerfährt, ist ein Leben das, dem Wasser entstiegen, sowohl in den Sternen als mit dem Tod endet. Lightfoot León servieren einen Cocktail aus Expressionismus, New Age, Romantik, Mythos, Symbolismus (Wald, Fenster, Wolkenhimmel, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2005
Rubrik: On Stage, Seite 38
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Sacrifice the puppets

“Polis” is the third part of the project “Ho male all’altro,” which means something like “the other hurts me” or “I hurt with the other;” a series of works by Michele Abbondanza and Antonella Bertoni begun in 2000 inspired by ancient Greek tragedies. After “Alcestis,” which looked at self-sacrifice through generosity and love, and “Medea,” the sacrifice of others...

Geometrie der Liebe

Pasolini nennt ihn einfach einen «Besucher». Bei Silvana Schröder steht «der Fremde» zugleich auch für «das Fremde»: ein Engel, den möglicherweise der Himmel schickt, ein Katalysator vielleicht wie einst bei Cranko, der durch seine Exis­tenz alles verändert, erklärtermaßen aber das Fremde, durch das sich das Stück fokussiert. Irgendwann erscheint Mario Perricone,...

Wuthering Heights

There are many battlegrounds for tradition versus innovation, but few as picturesque as Siamsa Tíre’s theatre in southwest Ireland. Under Mount Brandon, Ireland’s second highest peak, the modern building’s design and materials draw on the rich archaeological pickings that surround it. Behind the ring-fort-inspired stone-clad exterior, a company of seven full-time...