«Solo par placer» von Àngels Margarit
Was nervt am zeitgenössischen Tanz am meisten? Sein manchmal volkshochschulhafter Kunsteifer, gepaart mit kaum verhohlener Selbstzufriedenheit. Einer Durchschnittsignorantin gibt das zweierlei Gefühle: Tanz verstehen zu wollen, ist hoffnungslos, und Künstler sind sowieso nicht von dieser Welt. Es gibt Ausnahmen. Die Endvierzigerin Àngels Margarit hat es weiß Gott nicht mehr nötig, etwas zu beweisen. Sie hat Interesse an prüfenden Blicken. In «Solo por placer» holt sie uns entsprechend nah ran. Die Riesenbühne der Münchner Muffathalle hat sie mit Gummiband kleingezäunt.
Dahinter Manuel Martínez del Fresno und sein Cello, ein paar Requisiten. Kinderspielzeug, Klebestreifen, Bindfaden. Was man so braucht zum Kreieren. Denn obwohl das 65-Minuten-Solo seit 2005 steht, schiebt sie scheinbar Denkpausen ein. Klebt Markierungen auf den Boden, zieht sich um. Macht Yoga-Dehnungen. Und flicht diese in den Fluss der Choreografie ein.
Der hat drei unterschiedliche Strömungen. Die titelgebende Konstruktionsphase, in der sie Glanz und Elend ihres Metiers aufblättert: Choreografieren ist eine Mischung aus Horchen, Tasten, Frust, Entzücken, Stocken, Spielen, Nachgeben und Angreifen, Schreiben, ...
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hat Platzprobleme. Kein Wunder, seit 1971 ist sie in einem ehemaligen Verlagsgebäude zu Hause, und seither hat sich an den Räumlichkeiten nichts grundsätzlich verändert. Eingezwängt zwischen Landhaus- und Urbanstraße, kann die Schule samt Internat kaum expandieren, obwohl sie inzwischen aus allen Nähten platzt: ein «trauriger Zustand», der so gar nicht zu dem...
Choreographic method is a highly individual process. It is well known that Marius Petipa would walk into the rehearsal studio with every step worked out in his head, then in his tiny vocabulary of broken Russian, indicate the direction of an enchaînement in relation to his own position in the room. Frederick Ashton, conversely, absorbed every phrase of his chosen...
Ich habe einen Traum: dass eines Tages Tanz im Fernsehen eine Rolle spielt. Gleichberechtigt neben Politik und Fußball, Tanz auf allen Kanälen, in allen Programmen und Formaten. Wie bunt wäre da die deutsche Fernsehlandschaft, und wie lebendig und inspirierend unsere Gesellschaft.
Tanz gleich als Aufmacher im Frühstücksfernsehen: George W. Bush besucht einen...
