Villa Sul in Salvador de Bahia, Foto: Goethe-Institut
Residenzen
Susanne Traub, nach welchen Kriterien werden Tänzerinnen und Tänzer, Choreografinnen und Choreografen für eine Residenz ausgewählt? Was müssen sie vorweisen? Inzwischen haben wir ein komplexes Residenzprogramm, das auch aus meiner Abteilung, die für Tanz und Theater zuständig ist, bespielt wird. Wir haben zwei feste Orte, zum einen die Villa Sul in Salvador de Bahia, Brasilien, zum anderen seit sieben Jahren die Villa Kamogawa im japanischen Kyoto – ein ehemaliges Goethe-Institut, das zum Residenzort umgebaut wurde.
Für die Villa Kamogawa gibt es ein Bewerbungsverfahren, der Aufenthalt ist auf drei Monate angelegt. Die Künstler bewerben sich mit einem Vorhaben, für das sie einen Rückzugsort brauchen und sich gleichzeitig mit der japanischen Szene befassen möchten. Manchmal sind das Forschungsinhalte, bei den Tanztheaterleuten sind es meist Zeremonien oder das Noh-Theater, die sie vor Ort studieren wollen.
Gibt es spartenübergreifende Kontakte? Inzwischen gibt es viele interdisziplinäre Ansätze. Kamogawa ist unser einziger Residenzort für alle Sparten, für Bildende Künstler, Musiker, Literatur- und Theaterschaffende. Es können immer vier Stipendiaten gleichzeitig vor Ort sein, und ...
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Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Labore der Zukunft, Seite 78
von Eva-Elisabeth Fischer
Auffallend groß gewachsen ist er, attraktiv und gut gebaut dazu: Reece Clarke, First Artist beim Londoner Royal Ballet, bekommt in letzter Zeit vermehrt Klassiker-Hauptrollen anvertraut. Er verströmt eine Aura der Souveränität, wie sie Menschen seiner Körpergröße nicht selten von Natur aus mitbringen. Auf der Bühne ist er in der Regel mühelos auszumachen.
Im...
Der Konzeptkünstler Peter Kees setzt «Arkadische Quadratmeter» in die Landschaft. Die symbolische Landnahme steht für eine Utopie: dass nämlich die Erde wieder der Erde gehört, statt als Staatsbesitz zu firmieren. So ließe sich auch der Körper anders denken: nicht als staatsbürgerliche Hülle, sondern als freies Wesen, das seinen eigenen arkadischen Traum tanzt....
Marco Goecke ist klug. Er umgeht sämtliche Fallstricke, über die die meisten seiner Choreografen-Kollegen stolpern. Denn anders als viele glauben, ist es eben nicht leicht, eine Tänzer-Biografie mittels Tanz zu erzählen. Der Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts ging mit «Nijinski» fremd. Er choreografierte für Gauthier Dance, die Stuttgarter Kompanie des Tänzers...
