brüssel: Lisbeth Gruwez: «AH/HA»
Sie lachen sich tot! Das Schicksal ereilt alle fünf auf der Bühne. Grausam oder beneidenswert? Sie ergötzen sich an einer Wipp-Orgie, nehmen alle Erschütterungen des Zwerchfells auf sich und steigern sich in eine Art Trance. Schließlich erliegen sie dem bedrohlichen Lachgefühl eines Gore-Films. Das Besondere: Alles geschieht ohne echte Lacher. Genau darin liegt das «AH/HA»-Erlebnis. Lachen ist ein körperlicher Vorgang, gehorcht einer Mechanik wie in einem Uhrwerk. Hin und her, auf und ab.
Letzteres bestimmt lange Zeit die Dynamik, zum Klang einer Sprungfeder, der immer mitreißender wird. Am Ende fühlt es sich an wie ein Erdbeben.
«AH/HA» ist das erste Gruppenstück von Gruwez und besteht eigentlich aus fünf Soli. Es begegnen sich Typen, die außer über das Lachen kaum miteinander ins Gespräch kommen würden, vom Punk über den Hipster bis zur adretten Büroangestellten. Zu Beginn stehen sie, jeder für sich, lange reglos da, in typischen Posen von Schaufensterpuppen. Ganz langsam fährt Leben in die Körper, äußerst vorsichtig nehmen sie Kontakt auf.
Lachen ist ansteckend, sagt Gruwez. Klar doch. Aber hier nimmt sie uns mit auf eine Reise durch das Körperinnere, während einer sich endlos ...
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Tanz Oktober 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Thomas Hahn
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The great opportunity with dance lies in its extraordinary ability to change face and pace according to small differences that can be injected in its language. The spectator's eyes are infected by a kind of serum too fast to be detected by the organism. All the view is bound to be reassembled, all the preconceptions coming from a specific experience or habit are...
