china blues
Schon wieder China. Seit einiger Zeit räumt das Riesenreich die namhaftesten Kulturpreise ab: Literaturnobelpreis, Friedenspreis des deutschen Buchhandels, davor Friedensnobelpreis. Es hat mit Ai Weiwei einen der meistdiskutierten bildenden Künstler der Gegenwart, und die schönste Frau der Welt kommt derzeit ebenfalls aus China.
Fast könnte man meinen, die westliche Angst vor der aufstrebenden Weltmacht wird mit Belobigungen therapiert, auch wenn die politische Haltung des Ausgezeichneten stets aufmerksam beäugt wird: je mehr Dissident eine(r) ist, desto besser, denn das Label «Menschenrechte» tut auch der Kunst ganz gut. Doch für die international arbeitenden chinesischen Künstler heißt das: Irgendwer ist immer verärgert. Sind sie kritisch, werden sie daheim geächtet. Bleiben sie neutral, meckert das Ausland. Ein Dilemma.
«Der Roman ‹Der Traum der roten Kammer› hat für Chinas Kultur einen ähnlichen Stellenwert wie Thomas Manns ‹Buddenbrooks› für Deutschland», lautet derzeit ein Werbeslogan, mit dem das Ballett Dortmund seine neueste Produktion anpreist. Dennoch hinkt der Vergleich, denn das Lübecker Sittengemälde kann offensichtlich kaum konkurrieren mit der Popularität seines ...
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Tanz Februar 2013
Rubrik: produktionen, Seite 16
von Nicole Strecker
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Salzburg ist eine wunderliche Stadt. Während im Sommer die – derzeit bekennend restaurativen – Festspiele herrschen und die «sommerszene salzburg» stets dezidiert anderes dagegensetzt, zeigen sich unter dem Jahr lokale Blüten, die ihre festen, begeisterten Abnehmer haben. Seit 1991 ist Peter Breuer der Motor des 16 Tänzer und Tänzerinnen zählenden Balletts am...
Eine Tanzsuite wäre bestimmt die bessere Lösung gewesen als dieses zweistündige, kaum mehr entschlüsselbare Kondensat eifrigster Lektüre. Goyo Monteros Tanzstück «Faust» sucht reichlich unentschlossen danach, was es eigentlich erzählen will: die «Sympathy for the Devil». Montero, 1975 im Uraufführungsjahr von Maurice Béjarts bemerkenswertem «Notre Faust» in Madrid...
