lin hwai-min
Zuweilen muss selbst außergewöhnliches künstlerisches Talent einen Umweg einschlagen. Lin Hwai-min, geboren im Frühjahr 1947 in Chiayi auf der Insel Taiwan, war zwanzig und galt als ein hoffnungsvoller Schriftsteller, als er seine Heimat mit einem Literaturstipendium Richtung USA verließ. Er veröffentlichte einen Erzählband, dessen Titelstory, «Cicada», in englischer Übersetzung Eingang in eine Anthologie junger chinesischer Erzähler fand. Ein taiwanisches Magazin zählte ihn zu den zehn jungen Männern der Inselrepublik, die zu kühnen Hoffnungen Anlass gäben.
Diese Hoffnungen enttäuschte Lin Hwai-min gewiss nicht, wenn auch auf völlig andere Weise als Ende der 1960er Jahre vorhergesehen.
Denn in den USA nahm Lins Leben eine neue Wendung. Als 13-Jähriger sah er in seiner Vaterstadt ein Gastspiel der amerikanischen José Limón Dance Company und war von Limóns «The Moor’s Pavane» so tief beeindruckt, dass er heimlich Ballettstunden nahm. Doch Tanzen als Beruf kam für den Sohn einer großbürgerlichen Familie, als eins von fünf Kindern, nicht infrage. Brav schloss er die höhere Schule ab, begann Literatur und Journalismus zu studieren. Auch seinen Professoren im «Writer’s Workshop» an ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Warum zieht das Tutu einen magischen Kreis um jede Ballerina? Ist es der verkürzte Reif-rock jener Mode in Versailles und das Urbild der Haute Couture zugleich? Denn warum wohl entwarfen Designer wie Jean-Paul Gaultier und Christian Lacroix ganze Tutu-Kollektionen fürs Prêt-à-porter? Welchen Eindruck bestärkt das Tutu beim Anblick einer Tänzerin? Und warum hat...
«Jedes Kind hat ein Talent», meint Nigel Greenhalgh, Repräsentant der Stagecoach Theatre Arts Schools GmbH, Zentrale Deutschland. «Vielleicht äußert es sich nicht unmittelbar im Tanzen und Singen. Deshalb steht es in unserer Pflicht, es zu erspüren und zur vollen Entfaltung zu bringen.» Und das versucht Stagecoach mit wachsendem Erfolg. Über 500 Filialen gibt es...
Susanne Linke ist wahnsinnig ehrlich und kein bisschen in sich selbst vernarrt. Dem Herausgeber ihrer großformatigen ersten Monografie Schritte verfolgen, Norbert Servos, legt sie in zahlreichen Sitzungen das Leben einer großen Lady des deutschen Tanzes aus. Man liest mit Respekt und in aufsteigender Linie ein freies Leben ohne Abschließendes und ahnbares Ende....
