Bei der Berlinale im Vorjahr
Bei der Berlinale im Vorjahr gab es zwei wunderbare Tanzfilme, die später in die Kinos kamen und mit großem Erfolg noch immer laufen: «Rhythm Is It!» und die HipHop-Fantasie «Status Yo!» von Till Hastreiter (ballet-tanz 04/04). Auch in diesem Jahr waren zwei Filme zu sehen, die sich mit Tanz beschäftigten. Aber «wunderbar» ist für beide nicht das richtige Adjektiv.
Vers Mathilde (im Forum-Programm) wurde von arte France koproduziert, «Dancing With Myself» (Reihe «Perspektive deutsches Kino») vom ZDF.
Beides sind Dokumentarfilme über Menschen mit einer starken Beziehung zum Tanz: im ersten Film eine professionelle, im zweiten eine ersatzweise. Die Mathilde, der die Regisseurin Claire Denis entgegengeht, ist Mathilde Monnier, Leiterin des Centre Chorégraphique National de Montpellier. Sie zeigt sensibel und atmosphärisch die Probenarbeit, setzt Körper, Bewegung, Raum und Musik in eine Bildersprache, die intim und taktil wirkt. Man sieht dem gern zu, besonders gern, wenn Monnier selber tanzt. «Jede Bewegung hinterlässt eine Spur im Raum», sagt sie, «wie ein Kratzer». Die Kamera, abwechselnd Super 8 und 16 mm, bleibt dicht am Körper, zeigt kreisende Arme, marschierende Füße, Hüft- ...
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Brasiliens neuer großer Tanzfilm heißt «As Cinzas de Deus»: Gottes Asche. Geschöpfe im Staub. Fünf Tänzer aus Fernanda Lippis gern site specific tanzender Kompanie Zikzira in einem still gelegten Bahnhof des Städtchens RibeirãoVermelho im Bundesstaat Minas Gerais. Immer wieder ein entzücktes Zucken; jede Geste des Tanzes mündet in ein ekstatisches Wippen. Gefangen...
Ist es vorbei? Soll ich, so der Tänzer und Choreograf Xavier Le Roy in der Einleitung der von ihm zusammengestellten Diskussionsrunde, mir hier mein eigenes Grab graben? War da was: eine einheitliche Bewegung, ein Stil, eine Richtung, die den zeitgenössischen Tanz und die Performance der letzten zehn Jahre ausgezeichnet hätte? «Inventory: Dance And Performance»...
Die Hexen haben das letzte Wort, und auch am Anfang lassen sie von sich hören. Bevor sie überhaupt zu sehen sind, erfüllt ihr Gestöhn schon den Raum, von Klaus Hellenstein stimmig ausgestaltet. Und selbst wenn sich Macbeth und seine Lady die Hände «schmutzig» machen, sind Ilja van den Bosch, Anna Panjwani und Ayako Nomura präsent: drei Zombies mit blutroten...
