kirstine ilum
«F.U.B.A.R». steht für «Fucked Up Beyond Any Recognition» und bezeichnet militärische Zerstörung bis zur Unkenntlichkeit. Kirstine Ilum besitzt in diesem Stück den furchtlosen Hang zur extremen Aktion, kontrolliert nur durch ihren starken künstlerischen Willen, der selbst die Jungs des Mute Comp. Physical Theatre noch um Längen schlägt. Der Vergleich mit der Armee hinkt nicht, auch Frauen gehören den Truppen an, auch wenn wir oft und irrtümlich glauben wollen, dass sie im bewaffneten Einsatz nicht auftauchen.
Kirstine Ilum aber taucht tief ein in die Rockmusik der großen amerikanischen Band The Legendary Shack Shakers; man sieht, wie ein Adrenalinstoß sie durchzuckt und ihre Arme stumm zu reden beginnen in ihren grausamen Soli. Sie lässt in der Tat jede Form der Eitelkeit weit hinter sich, macht Platz, um eine Ekstase unablässig feuernder Salven sicht- und hörbar werden zu lassen. Sie ist, buchstäblich, der Shootingstar der Saison.
Während sich viel zu viele weibliche Talente der dänischen Tanzszene mit selbstbeweihräuchernden Anekdoten und hübschen Posen zufriedengeben, ist zu hoffen, dass mehr Choreografen, als das Mute Comp. Physical Theatre überhaupt zur Verfügung hat, die ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Hoffnungsträger, Seite 142
von Charlotte Christensen
Die Beziehung eines Theaters zur Öffentlichkeit ist nur selten sehr intim. Das Publikumsgespräch nach einer Vorstellung bildet mitunter das Maximum an Nähe zum Zuschauer, die ein Choreograf zulässt. Der Künstler zum Anfassen dient quasi als Bonus-Track dafür, dass bis zum Publikumsgespräch tatsächlich alles getan wurde, damit überhaupt ein Publikum da ist. Denn...
Hinter Palästen und ihren gewaltigen Parkanlagen, die sich im goldenen Licht wie in ihren vergangenen Tagen sonnen, im Schatten unsterblich gewordener Barockkünstler und unter Zitrusbäumen wuchs der Sohn der Stadt Sevilla auf: Rubén Olmo. Er wurde zur Personifizierung des spanischen Tanzes und schaffte zugleich den unmöglich scheinenden Spagat zwischen Ballett und...
Er gebraucht den Raum wie eine dreidimensionale Leinwand. Ähnlich der Farbfeldmalerei der abstrakten Expressionisten experimentiert der Berliner Tänzer und Choreograf mit «Körperfarben» und Bewegungsstrukturen, mit den Spannungsfeldern in und zwischen den Körpern und ihren Reaktionen auf Klangimpulse. In der Bewegungsrecherche «Tremor», erarbeitet während seiner...
