Dustin Klein
Heimat ist der Ort, an dem ich geboren und aufgewachsen bin, der Ort, an dem ich mich am Reinsten und Natürlichsten fühle und geben kann. Ein Ort der absoluten Vertraut- und Sicherheit, gestärkt durch ein Umfeld von Menschen, denen ich blind vertraue, und eine Landschaft, eine Natur, die so wunderschön und gewaltig ist, dass es mir jedes Mal aufs Neue den Schalter raushaut, wenn ich mich umsehe. All das ist HEIMAT und hat mich zu dem geformt, der ich heute bin.
Was mir Heimat bedeutet? Alles.
Dieser Ort und das Umfeld geben mir die nötige Kraft und den Freiraum, mein Leben und meine Choreografien so zu gestalten und zu erarbeiten, dass es fruchtet, Spaß und Sinn macht. Als einziger bayerischer Tänzer im Bayerischen Staatsballett (und das seit fast einem Jahrzehnt) ist meine Heimat, mein Herkunftsort ein sehr wichtiger Punkt. Für den Tanz und für mich als Tänzer. Es ist seltsam, Exot im eigenen Nest zu sein. Zugleich ist es aufregend und spannend, ständig von totalem Multikulti umgeben zu sein. Ich habe Kollegen, die nicht das Privileg hatten, so lange in heimatlichen Gefilden zu tanzen, die München aber für sich zu einem heimischen Ort werden lassen können.
Das bewusste ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Identität, Seite 112
von Dustin Klein
Ein kontinuierliches Oszillieren zwischen formaler Strenge und künstlerischem Wagemut: So bezeichnet die kanadische Tänzerin und Choreografin das Spannungsfeld, in dem sich die geordnete Mehrstimmigkeit ihrer Kreationen entfaltet. Pites Arbeiten für große Ensembles – «The Seasons’ Canon» etwa, das sie für mehr als 50 Tänzerinnen und Tänzer des Pariser Opernballetts...
Bei «Floating Flowers» glaubten wir noch an einen Scherz, einen nicht einmal besonders jungen: Mann versteckt sich unter Rock von Frau. Indes, bereits im Duo mit Gauthier Dance zeigte sich die Nonchalance, mit welcher Po-Cheng Tsai zeitgenössischen westlichen Tanz, Urban Dance und Showbiz mit Elementen aus fernöstlicher Kultur verbindet.
Der Wow-Effekt kam 2017...
Manche leiden bei den konzeptbetonten Catwalk-Tänzen von Trajal Harrell, die sich um Tanz und Mode, Körper und Kleidung drehen – und durchaus schräg zugeschnitten daherkommen. So verließ in Harrells ers-ter «Tanz im August»-Aufführung von «Antigone Sr.», Teil seiner «Twenty Looks or Paris is Burning at The Judson Church»-Serie, der halbe Saal den Ort des Geschehens...
