bildung
berauscht. Wenigstens die Politiker, die den nationalen Wettbewerb mit Bildung gewinnen möchten. Schön, dass auf diesen Zug der Tanz mit aufspringen durfte. An deutschen, österreichischen und Schweizer Tanzhochschulen kann man endlich so studieren, dass am Ende ein Künstler, ein denkender Körperkenner, herauskommt. Kein gehorsamer Idiot, der Schritte nur perfekt nachmachen kann.
Bloß: Der Bedarf nach jenem Tänzer, den im Grand jeté kein Krümel Bildung hemmt, scheint riesengroß.
Im globalen Wettbewerb soll ihm das Erlernen von Fremdsprachen und sonstiger Integrationskünste zur Hirnschmalzentwicklung reichen. Jede Schule ist glücklich, wenn fügsame Schüler bei ihr einwandern und nicht zu Hause in Kuba, Korea oder Kasachstan bleiben. Wenn sie kommen, dann sind sie ausgesprochen leistungsorientiert – im Vergleich «sind die Europäer insgesamt ein bisschen satt geworden». Sagt Tadeusz Matacz, der Direktor der Stuttgarter John-Cranko-Schule (Seite 64). Stimmt das? Solange Hochschulen Tänzer für die Ensemblekarriere ausbilden, wahrscheinlich. Aber wenn sie sich angehenden Solokünstlern widmen, die Lernen lernen können und damit zu Initiatoren transdisziplinärer Projekte werden, dann nicht. ...
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Tanz Januar 2011
Rubrik: editorial, Seite 1
von
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Carla Fracci, Italiens berühmtester Ballerina, wurde im vergangenen Jahr der Vertrag als Chefin des Balletts am Opernhaus von Rom nicht verlängert. Den Bürgermeister der Stadt, Gianni Alemanno, griff sie daraufhin vor laufenden Fernsehkameras an: «Nie haben Sie mit mir reden wollen.» Warum nicht? Weil «La Carlina» links stand, die Stadt aber wird rechts regiert. So...
