Gérard Violette
Ein Quereinsteiger! Weder Choreograf ist er je gewesen, noch Tänzer oder überhaupt Künstler. Ein administrateur! Einer, der Jura und Politikwissenschaften studierte an einer der angesehensten Eliteschulen des Landes. Seit zwanzig Jahren leitet Gérard Violette das Théâtre de la Ville in Paris, Europas größte und älteste Koproduktionsstätte für zeitgenössischen Tanz. Er bleibt dabei so diskret, dass die Öffentlichkeit ihn beinah vergisst.
Sein Dienstjubiläum ist konventionell die Gelegenheit, daran zu erinnern, dass nicht nur Choreografen und Tänzer dieser Kunst entscheidende Impulse geben. Denn Engagement für den Tanz findet nicht nur im Körper statt. Nicht nur einzelne Choreografen, sondern der gesamte zeitgenössische Tanz wären ohne Violettes Liebe zum Körper auf der Bühne nicht so aufgeblüht. Er ist einer, der selbst als Jugendlicher nie Lust zum Tanzen verspürte, «noch nicht einmal um mich an Mädchen heranzumachen». An ihm zeigt sich, wie sehr das Verdrängen der Realität des Körpers aus der öffentlichen Wahrnehmung seine Rückkehr auf der Bühne findet. Bei Violette wurde es Leidenschaft. Er, der eine Karriere im Finanzwesen hätte machen sollen, sagt: «Der Appetit kam beim Essen.»
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Born in 1965 in Paris, due to political exiles, João Fiadeiro lived in Algeria, El Salvador and Brazil before settling in Portugal in 1972. He began his dance training in ballet and modern technics in 1983. His initiation into post-modern American Dance took place in New York in 1988, followed by contact improvisation in Berlin and the compositional strategies of...
Over the last century dance has traveled from continent to continent, shifting its focal points of creativity and intensity. Historically, the fluctuating cartography situates long traditions in Berlin, Paris, and London. In the mid-1980s rejuvenation occurred in places like Brussels, Ljubljana, Barcelona, and Montéal. Guy Cools, the former dance programmer and...
Alfred Döblin schrieb dem Ballett in «Die Tänzerin und der Leib» (1910) eine brutale Deformation des Körpers und damit der Seele zu. Ernst Jünger feierte umgekehrt in «Über den Schmerz» (1934) die Zurichtung des Körpers als das Ziel jeder Seele. Und Rainer Maria Rilke betrachtete den Tanz als eine Verwandlung, in der das Sichtbare endlich unsichtbar und geistig...
