alessandra ferri
Das Leben ist ein Abschiedsreigen, meinen viele: Abschiednehmen von der eigenen Jugend, von Flausen und Träumen, Erfolg und hochfahrenden Plänen. Alessandra Ferri hält dagegen: «Das Leben besteht aus vielen Anfängen!» Den letzten Neuanfang, der – zugegeben – auch ein Abschied war, hat sie 2007 im Alter von 43 Jahren gemacht. Nach einer kometenhaften, mit Lobeshymnen und internationalen Preisen geradezu gepflasterten Karriere zog sich die Tänzerin von der Bühne zurück.
Ihre beiden seinerzeit noch kleinen Töchter Matilde und Emma, die der Verbindung mit dem berühmten Modefotografen Fabrizio Ferri entstammen, sollten mehr von der Mutter haben. Ein verständlicher Schritt, auch wenn alle, die Ferris letzte Vorstellungen gesehen haben, sich einig sind, dass die Ballettwelt eine unvergleichliche Ballerina verlor – auf dem Zenit ihres Könnens: eine Künstlerin, die das prekäre Gleichgewicht zwischen streng reglementierter Ballettsprache hier, Rollenpsychologie dort zu halten verstand, und noch dazu ohne affektiert-expressive Manierismen auskam.
Exemplarisch dafür stand ihre letzte Rolle: Marguerite Gauthier in John Neumeiers
«Kameliendame», die Ferri erstmals an der Mailänder Scala tanzte ...
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Tanz Juli 2013
Rubrik: menschen, Seite 24
von Silvia Poletti
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«Ju...
