serie master-macher
Ein Humanist, ein wahrer! Für Michel Gascard stehen die Menschen im Vordergrund. Seit 2007 leitet der ehemalige Solist von Maurice Béjart dessen Rudra-Schule in Lausanne. Seine Marschrichtung: Das Vermächtnis des Meisters erhalten und dem Wandel der Zeit anpassen. «Als Maurice nach Lausanne ging und dort Rudra gründete, legte er vor allem Wert darauf, angesichts einer immer chaotischeren Welt den Jugendlichen dabei zu helfen, ihre Persönlichkeiten zu strukturieren.
Er wollte ein zielgerichteteres Konzept als vorher in der Mudra-Schule in Brüssel, und er wollte den Martial Arts einen größeren Platz einräumen.»
Rudra kultiviert so manche Besonderheit. Nicht nur, dass der Unterricht hier kostenlos ist, weil die Schule von Stiftungen getragen wird. Neben Ballett und zeitgenössischem Tanz werden auch Graham-Technik, Gesang, Akrobatik sowie Rhythmik/Perkussion unterrichtet. Nur hier gibt es Kendo, die Schwertkunst, die dem Japan-Liebhaber Béjart so am Herzen lag, und ein Fach, das in dessen Repertoire von A wie «Arcane» bis Z wie «Zarathoustra» einführt. «Man muss schließlich seine Klassiker kennen», lächelt Gascard.
In seinem Büro hängt ein enormes Béjart-Porträt, von einem ehemaligen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2015
Rubrik: serie master-macher, Seite 70
von Thomas Hahn
tanzt zeitgenössischen Flamenco und wollte rein in die Künstlersozialkasse (KSK), die bekanntlich die Kranken-, Pflege und Rentenversicherung vergünstigt. Die KSK lehnte das Ersuchen ab: Flamenco sei ein freizeitliches Vergnügen mit Sportcharakter. Vor dem Sozialgericht Berlin wurde nun ein Urteil gefällt, das modellhaft auch für B-Boyz und Jazztänzer werden...
Dass die Zusammenarbeit von Choreografen und Komponisten seit Langem fruchtbareErgebnisse zeitigt, verwundert kaum: Die Musik ist das Element mit der wohl größten Nähe zum Tanz. Dass aber Licht-Designer nach wie vor häufig dem Technikerstab und nicht dem eigentlichen Kreativteam zugeordnet werden, mag daran liegen, dass ihre Farb- und Beleuchtungskünste erst am...
Das Leben: kein Traum. Lange bevor Anna Karenina unter die Räder kommt, ist bereits der Zug unterwegs. In einer Endlosschleife bahnt er sich in doppelter Gestalt seinen Weg durch ein verschneites Gebirge dem Ziel entgegen: einem Bahnhof in Moskau, auf dem alles begann. Klaus Hellenstein hat ganz im Stil des russischen Theateroktober einen surrealen Erinnerungsraum...
