in ekstase

Der Atheist Ernest Pignon-Ernest zeichnet Heiligenfiguren, und die Ballerina Bernice Coppieters steht ihm Modell.

Tanz - Logo

Stille und Dunkelheit umgeben sieben Frauen, die sich in schwarzem Wasser spiegeln. Entblößte Oberkörper, abwesende Blicke. Ge­krümmte Hälse. Hände, die Halt suchen an der Wand oder nach etwas greifen, das sie nicht (er)fassen können. Die hageren Körper zeugen von Askese. Der Titel dieser Installation heißt «Extases». Ein Meis­terwerk, das Ernest Pignon-Ernest erstmals 2008 in Avignon in der Chapelle Saint-Charles präsentierte und soeben beim «Monaco Dance Forum».

Jede Figur stellt eine Heilige oder Mystikerin dar, von Maria Magdalena über Hildegard von Bingen zu Teresa von Avila oder Katharina von Siena. Wer die Namen zuordnen will, verlässt sich auf seine Intuition. Die Damen treten wie ein Corps de ballet auf, gleichen Alters und gleicher Statur, wie aus einem Körper. So empfand man sie in Avignon, im Prunk des früheren Gotteshauses.

 

Im Moment ihrer bedingungslosen Hingabe tragen sie keinen Namen. Dass keine fülligeren oder gedrungenen Körper darunter sind, liegt nicht an Pignon-Ernests Frauenbild, sondern an dessen reger Zusammenarbeit mit den Ballets de Monte-Carlo. Für sie fertigte er immer wieder Bühnenbilder, zuletzt im April für Jean-Christophe Maillots «Daphnis et ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2010
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ballett Memo

nennt sich das «Gedächtnisspiel mit Motiven des klassischen Tanzes»: 72 farbige Karten mit 36 Ballettmotiven hat Maria-Helena Buckley beigesteuert. Jahre lang Solistin am Staatsballett Berlin, verlegte sich die Spanierin aus Palma de Mallorca seit ihrer Verabschiedung 2009 aufs Fotografieren und hat für ihr Memory nun einige ihrer schönsten Bilder ausgewählt –...

das geschlecht ist egal

Marco Goecke, hat «Orlando» Sie gefunden, oder haben Sie «Orlando» gefunden?
Das Buch kenne ich noch aus Münchner Zeiten. Als ich dort studierte, lief der Film von Sally Potter mit Tilda Swinton in der Titelrolle, den ich damals toll fand. Heute finde ich ihn nicht mehr so spannend. Das Buch hatte ich schon viel früher gelesen, es war immer in meinem Kopf wie im...

Jo Fabian: «Wendelgard. The first level»

«Achtung: Theater!» steht auf dem Programmzettel, «Achtung: Laute Musik! Achtung: Lebende Tiere! Achtung: Bühnennebel! Nicht gesundheitsgefährdend!» Auch: «Achtung: Schusswaffengebrauch!»
 

Alles ist richtig. Jo Fabian macht mal wieder Theater, diesmal in Dresden. Laut ist die eingespielte Musik, ohrenbetäubend laut. Unbeeindruckt hoppelt zur Linken ein weißes...