das geheimnis der emotion
Christian von Scheve, was sind Gefühle? Gefühle sind subjektive Empfindungen, die immer entweder positiv oder negativ gekennzeichnet sind. Sie reichen von einem Hungergefühl über das Schmerzempfinden, den Ärger über meinen Nachbarn bis zum kollektiven Schuldgefühl angesichts des Nationalsozialismus. Das Gefühl bestimmt, ob etwas angenehm oder unangenehm empfunden wird.
Wenn ich mich ärgere, oder wenn ich mich zu etwas hingezogen fühle, sind das grundlegend verschiedene Empfindungen, die mit einer bestimmten Aktivität oder Passivität einhergehen: Trauer zum Beispiel lässt einen inaktiv und zurückgezogen werden, während andere Gefühle, starker Schmerz etwa, uns in Erregungszustände versetzen.
Was sind dann Affekte? Wenn sich mein Magen zusammenkrampft, ist das ein Affekt. Ich bin machtlos, wenn ich affiziert werde, auch durch Menschen, Dinge, Objekte. Der Affekt ist der grundlegende Modus des Gefühlsempfindens. Denn für affektive Empfindungen lassen sich immer auch körperliche Korrelate finden. Wir wissen, dass bei affektiver Erregung der Körper klare Signale setzt: Hautleitwiderstand, Blutdruck, Herzfrequenz. Alle Emotionen – Ärger, Scham, Ekel, Trauer, Wut – haben einen solchen ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: Gefühle, Affekte, Emotionen, Seite 29
von Marina Dafova und Arnd Wesemann
«Wow, diese Szene war echt stark, richtig ekelhaft!» – «Ja, schrecklich – mir ist schon vom Zusehen schlecht geworden.» Ein Gespräch, aufgeschnappt im Haus der Berliner Festspiele beim Festival «Foreign Affairs 2015», am Rand der 24-Stunden-Performance «Mount Olympus» von Jan Fabre/Troubleyn. Die Gesprächspartnerinnen scheinen ihren Ekel und ihren Schrecken...
Vieles fügt der Zufall. David Iglesias aus Barcelona zeigte 2012 beim Berliner «Tanzolymp» zwei Variationen: die des Blauen Vogels aus «Dornröschen» und jene aus dem Pas de trois in «Schwanensee» – und wurde bemerkt. Die Staatliche Ballettschule Berlin köderte ihn mit einem Stipendium. Das änderte sein Leben. Drei Jahre bauten Lehrer der hauptstädtischen...
Das Label Hoffnungsträgerin soll ihr als Choreografin-Tänzerin gelten, aber es gilt auch – in ihrer Person – stellvertretend für die Künstler, die sich mit einem Stück explizit an ein bestimmtes Publikum wenden. Die Zielgruppe hat einen Namen: Kinder. Trotzdem kann sich in Pfundtners Fall jeder das Stück anschauen. Besser noch: Sollte! Pfundtners «nimmer» ist klug,...
