reifeprüfung
Bis vor ein paar Jahren gab es, mal ganz grundsätzlich gesehen, zwei Sorten von Müttern: die Glucken und die Paradiesvögel. Mittlerweile sind die Business-Moms hinzugekommen, deren Aufkreuzen für den Tanz jedoch relativ folgenlos blieb. Denn die Escada-Amazonen lassen ihren Nachwuchs von Oma, Nanny oder Aupair zum Ballett chauffieren, und für sich selbst heuern sie einen Personal Trainer an, der ihnen zwar jede Menge Pilates, aber nur ausnahmsweise Pirouetten beibringt.
Das Heer der Supermarktkassiererinnen, Müllsortierinnen und Hartz-4- Empfängerinnen wiederum wartet, soweit es die E-Kultur betrifft, unverändert auf die Einlösung jenes Inklusionsversprechens, das die Politik gebetsmühlenartig ablegt. Weshalb ihre Kids mit kreativem Kindertanz, gar den höheren Weihen des Balletts, nur in den seltensten Fällen Bekanntschaft machen. Und die Väter? Hatten mit Spagat in der Regel noch nie viel am Hut.
Alle Macht dem Matriarchat
Die Mittelschicht-Mütter sind der Schlüssel zum Tanz. Genau das ist die Botschaft, die zwei Kinofilme dieser Tage unisono überbringen, auch wenn sie sonst nicht viel gemeinsam haben. «Die mit dem Bauch tanzen» und «First Position» handeln zwar jeweils von ...
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Tanz Juni 2013
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Dorion Weickmann
Wie die Stadt, die es im Namen führt, so ist auch das New York City Ballet wahrlich kein Aufenthaltsort für Leute, die es gemächlich mögen. Im Gegenteil: Die Kompanie muss ein schwindelerregendes Tempo gehen, muss über ausgedehnte Spielzeiten und Tourneen hinweg ihr umfängliches Repertoire sowie neue Kreationen proben und aufführen – kein Sonntagsspaziergang für...
hat soeben die künstlerische Leitung des Tanztheaters Wuppertal übernommen – und weiß nicht, was kommt. Der große Blonde, fast 40 Jahre dem Ensemble verbunden, ist zwar eine Idealbesetzung. Doch vor ihm liegt eine Herkules-Aufgabe. «Mach‘s gut, Lützchen», würde ihm Pina zurufen. Aber «viel Spaß, Pinchen» – das würde er diesmal sicher nicht antworten.
Denn die...
Er wich der Frage gerne aus, genau wie es Erblasser meistens tun. Am besten ließ man, sagt ein Vertrauter, «so nebenbei beim Abendessen eine Bemerkung fallen nach dem Motto – weißt du, wir haben uns Gedanken gemacht und meinen ….» Worauf Merce Cunningham entweder sagte: «Nein, das sehe ich nicht so.» Oder: «So könnte ich’s mir vorstellen.» Generell war er nicht...
