shantala shivalingappa
Er übertrifft alles. Allein, wie sie die Bühne des «Jacob’s Pillow Dance Festival» betritt, zu sehen, wie sie augenblicklich die Aufmerksamkeit des Publikums fesselt, ist einfach unvergesslich. Es geht ein regelrechter Ruck durch die Menge. Man begreift: Es liegt etwas Besonderes in der Luft. Dieses Kraftwerk von Tänzerin, die Klarheit ihres Blicks und ihrer Bewegungen, ihre unglaubliche Präsenz, all das verwendet sie in ihrem Solo «Shiva Ganga», begleitet nur von einem Perkussionsensemble. Dieses bukolische Festival lockt Tanzliebhaber aus aller Welt.
Alle waren überrascht von dieser vollendeten Künstlerin. Binnen Minuten standen wir in Shantala Shivalingappas Bann, gerade weil von ihr weder Ego noch Allüre ausstrahlen. Die niet- und nagelfest in ihrer Kultur verhaftete Künstlerin mit ihrem profunden Verständnis der klassischen Form ist vor allem deshalb etwas Besonderes, weil sie gerade nicht prinzipientreu die Kunst nur perpetuiert, sondern fähig ist, die Formen so zu synthetisieren, dass sie über die Tradition, den Stil, die Herkunft hinausragen, indem sie zeitgenössische und klassische Idiome wie selbstverständlich verbindet.
Auch ihre Geschichte strickt an der Legende: Nach ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Hoffnungsträger, Seite 151
von Philip Szporer
Bis heute ist sie frei, muss jedes Jahr um ihren Etat kämpfen und deshalb ein dichtes Netz von Koproduktionen spinnen. Was bei ihr heißt: permanent über den eigenen Tellerrand zu blicken. Sie hat allein in dieser Spielzeit zwei zeitgenössische Opern als Tanzmusikstücke choreografiert und inszeniert: «Passion» ihres Komponistenfreundes Pascal Dusapin in Paris und...
Historisch war das sicher einmalig. Xander Parish, Mitglied im Corps de ballet des Royal Ballet, wird vom künstlerischen Direktor des Mariinski-Balletts, Juri Fatejew, eingeladen, ein ständiges Mitglied in St. Petersburg zu werden. Bis dahin hatte Parish nur ein paar wenig herausfordernde Rollen des Londoner Repertoires getanzt. Fatejew, 2008 Gastlehrer am Royal...
Wer in den vergangenen Jahrzehnten von zeitgenössischem Tanz sprach, dachte hoffentlich zuerst an Merce Cunningham. Seine Arbeit war essenziell, weil er es schaffte, ein genügend komplexes Körperbild herzustellen, dass den Selbstfindungsprozessen und dem Individualismus des 20. Jahrhunderts tatsächlich entsprach, nicht ohne selbst auch die Frage nach den Grenzen...
