Crystal Pite
Ein kontinuierliches Oszillieren zwischen formaler Strenge und künstlerischem Wagemut: So bezeichnet die kanadische Tänzerin und Choreografin das Spannungsfeld, in dem sich die geordnete Mehrstimmigkeit ihrer Kreationen entfaltet.
Pites Arbeiten für große Ensembles – «The Seasons’ Canon» etwa, das sie für mehr als 50 Tänzerinnen und Tänzer des Pariser Opernballetts kreierte, oder «Flight Pattern» fürs Royal Ballet London – erscheinen auf den ersten Blick wie kreative Variationen ein und desselben Themas: dynamische Ensemble-Konfigurationen, die -unterschiedlichen Timings und Rhythmen folgen und die kanonischen Regeln der Körper-Komposition deklinieren. Gerne erläutert Pite ihre choreografischen Intentionen anhand ihrer Stücktitel. «Pattern» und -«Canon» suggerieren bereits die Regeln geordneter Mehrstimmigkeit, denen sie ihr Bewegungsmaterial unterzieht. Sie beherrscht ihr Handwerk und weiß um den Effekt, den allein schon die kollektive Wucht eines großen, wogenden Ensembles erzielen kann, scheut aber auch nicht davor zurück, auf Althergebrachtes zurückzugreifen. Denn wer wagt es heute überhaupt noch, für ein großes Corps de ballet zu choreo-grafieren?
Tatsächlich aber ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Die Saison 2018/19: the winners are, Seite 130
von Silvia Poletti
Wie macht er das nur? Tanzen, choreografieren, fotografieren, mitten in der Saison eine wichtige Premiere, kurz danach die erste Ausstellung? Roman Novitzky ist bei allem, was er anpackt, nicht das, was man einen Tausendsassa nennt. Bewundernswert am Ersten Solisten des Stuttgarter Balletts ist weniger, wie er als Multitalent alles unter einen Hut bekommt....
Wie ihr Kollege Yang Zhen gehört Mengfan Wang einer jungen Generation chinesischer Künstlerinnen und Künstler an, die mit wachem Geist sowohl in China als auch in Europa arbeiten. Ich habe sie als Studentin des Departments Kunstwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München kennengelernt, als sie mit uns das Dokumentationsprojekt zur Einstudierung von...
Unter den vielen klugen, charmanten Momenten des Duetts «The Way You Look (at me) Tonight» gibt es eine Szene, in der die schottische Tänzerin Claire Cunningham ihrem amerikanischen Kollegen Jess Curtis erklärt, wie man eine Krücke am besten auf dem Boden justiert, um mit den Beinen – schwups – um sie herumzuschwingen oder die Hand so geschickt an die Gehhilfe...
