schock
Brigitte Lefèvre, Sie haben am Pariser Opernballett ein Repertoire aufgebaut, das von Pina Bausch bis William Forsythe, von Filippo Taglioni und Pierre Lacotte bis Wayne McGregor reicht. Also von tradition totale bis innovation totale. Dabei war nicht nur fast alles vertreten, was in der Welt des Tanzes Rang und Namen hat – sondern auch jede denkbare emotionale Farbe. Worauf wollten Sie hinaus? So ein Programm zu machen, ist zunächst einmal ebenso mysteriös wie faszinierend.
Ich habe mich gefragt: Was will ich, wo komme ich her, und wo will ich hin – zusammen mit dieser Kompanie? Woraus besteht ein gutes Repertoire? Am Anfang habe ich mich von meinem eigenen Werdegang leiten lassen. Ich bin als klassische Tänzerin ausgebildet, habe an der Pariser Oper getanzt, bin dann fortgegangen und habe mit Jacques Garnier Le Théâtre du Silence gegründet, eine dezidiert dem Zeitgenössischen verbundene Experimentiertruppe. Wir haben Stücke von Merce Cunningham und Alwin Nikolais einstudiert, und so kam ich mit vollkommen anderen Techniken und Ausdrucksstilen in Berührung, mit Contemporary und Postmodern Dance genauso wie mit Jazz. Dafür musste ich plötzlich andere Gefühlsregister und ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: Wahrheit, Schock, Nervenkitzel, Seite 71
von Dorion Weickmann
Eine der Szenen, die Gérard Corbiaus Film «Le Roi Danse» zum Kassenerfolg verhalfen, erlaubt einen Blick in die Wiege des klassischen Balletts. Sie zeigt Louis XIV., 14-jährig, wie er, mit dem berühmten vergoldeten Strahlenkranz auf dem Kopf, aus der Versenkung auftaucht, während ringsherum künstliche Vulkane Feuerregen sprühen. Bevor sich der Aufzug, der ihn nach...
Ohne Angst kein Tanz. Sie ist überall. Aber niemand spricht über sie. Erst wenn man gezielt nach ihr fragt und ein bisschen bohrt, heißt es: Ja, klar, die kennt man doch, jeder kennt sie. Aber sie führt ein Leben im Untergrund. Ist ein Tabu. Das macht sie mächtig, machtvoller wahrscheinlich als die Liebe, die sich für Geschichten eignet mit Anfang, Mitte,...
Er hat das, was einen Tanzkünstler einzigartig macht: eine unverwechselbare Signatur. Sie kennzeichnet seine surreal vibrierenden Wunderwerke – der Zeit, des Raums, des Körpers
Aus Wuppertal zu stammen, kann für einen Choreografen eine Bürde sein. Zu übermächtig ist Pinas Schatten, aber mit dem gesunden Eigensinn des Bergischen Landes hat Marco Goecke seine...
