my private odyssey
Projektionen erscheinen: Pfeile schweben wie haltlose Richtungsanweisungen. Helle Rahmen blubbern auf und ab wie Wasserblasen in Screen-Format. Das Auge beginnt zu schlingern, auch die Tänzer auf der Bühne schwanken leise im Zwielicht. Ein wohliger Rausch. Noch. Später zeigen die fragmentierten Videos der Gruppe WERC Felsen, eilige geometrische Figuren, Kritzelgestöber, Menschenschemen, Gesichter. Der Zuschauer sehnt sich nach einem Ruhepunkt. Doch die Überfülle entspricht dem Odysseus-Zustand, um den es hier geht.
Es ist die erste Premiere der neuen, zwanzigköpfigen Tanzkompanie am Staatstheater Mainz. Sie heißt tanzmainz, und Honne Dohrmann leitet sie: ein studierter Theaterwissenschaftler, Ex-Journalist, erfahrener Kulturmanager und Festivalerfinder. Er hat vorher in Berlin, Bremen und Hamburg gewirkt, aber am längsten in Oldenburg. Und in internationalen Netzwerken.
Einblicke, Ausblicke
Honne Dohrmann steht im Glashaus. Hier wächst was. Doch Steinewerfen käme dem hochgewachsenen Mittfünfziger wohl nicht in den Sinn. So friedfertig wirkt er, so die Ruhe selbst. Das gläserne Halbrund thront auf dem Staatstheater, die Dächer der Mainzer Innenstadt reichen an die Höhe des ...
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Tanz Dezember 2014
Rubrik: neustart, Seite 14
von Melanie Suchy
Wie ein Windstoß stürmt Gianni Cuccaro über die Bühne, alle Einwände hinwegfegend: ein Schwadroneur im Norwegerpulli, der sich in seiner Muttersprache in das eigene Luftschloss versteigt. Ihm folgen kann da eigentlich nur die Aase der Alice Baccile, wie der Bielefelder Peer aus Italien stammend. Deutschtümelnd treiben ihn die anderen Ensemblemitglieder des...
Sie sind natürlich auch an diesem Abend nicht vergessen: die zahllosen jungen Frauen, die sich in mehr als 100 Jahren schon als «Sacre du printemps» zu Tode getanzt haben. Die rasten, taumelten, stürzten, nackt und schweißüberströmt, zarte Menschenkörper, geopfert fürs höhere Ideal. Sie sind die spukhaften Referenz-Leiber in den Köpfen der Zuschauer – gerade weil...
_____deutschland
Augsburg
Theater «Romeo und Julia» in der Choreografie von Young Soon Hue. 2., 6.,19., 23., 28. Dez.
«Where I end and you begin», Choreografien von Edward Clug (tanz 5/14) und Katarzyna Kozielska. brechtbühne, 11. Dez.
theater-augsburg.de
Baden-Baden
Festspielhaus Das Mariinsky-Ballett gastiert mit «Raymonda» von Konstantin Sergeyev nach Petipa. 21....
