Kurator
Joachim Gerstmeier, was kuriert ein Kurator?
Ich sehe ihn nicht als Heiler, wie es das Wort nahelegt – im besten Fall als Akupunkteur. Mit der Ableitung von dem Lateinischen curare (sorgen, pflegen, bewahren) ist aber das ganze Spektrum angesprochen, vom Verwalter und Manager bis hin zum Künstler und Priester. Seine Begriffsgeschichte liegt in der bildenden Kunst. Und da genießt er nicht mehr den besten Ruf.
Trotzdem sind Sie Kurator geworden.
Ich habe Theaterwissenschaft studiert mit Schwerpunkt Tanz und dann begonnen, zweigleisig zu arbeiten, als Dramaturg und bei Festivals wie «Tanzwerkstatt Europa» und «Theater der Welt». Seit 2001 bin ich Projektleiter im Bereich Theater/Tanz beim Siemens Arts Program, der heutigen Siemens Stiftung. Ich kuratiere Projekte mit einer dramaturgischen Handschrift.
Wo würde denn die Trennlinie zwischen Dramaturg und Kurator genau verlaufen?
Der Dramaturg führt eher Argumente der Kunst ins Feld, während der Kurator für sein Programm auch kulturpolitische Argumente finden muss.
Was macht ein gutes Programm aus?
Wenn der Kurator als Person im Programm verschwindet. Er drängt sich nicht in den Vordergrund, will nicht seine Thesen durch künstlerische ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Manager, Seite 104
von Esther Boldt
Eri Iwasaki, Claudio Schellino, wie wird man Ballettmeister?
Claudio Schellino: Ich durch eine Verletzung am Rücken. Damals tanzte ich in Italien. Mit einem Bandscheibenvorfall ist es ja ziemlich schwer, ein guter Tänzer zu bleiben und eine Partnerin zu heben. Zu jener Zeit gab es in der Schule der Mailänder Scala einen Nachmittagskurs, an dem man sich als Tänzer in...
Gerald Siegmund, Gabriele Klein, Gabriele Brandstetter, Sie lehren in Master-Studiengängen, die bereits ein anderes Studium voraussetzen. Was empfehlen Sie an Fächern, an Vorwissen?
Gerald Siegmund: Theaterwissenschaft empfiehlt sich immer, da bekommt man die Seherfahrung mit, die notwendig ist, um ästhetische Praxis reflektieren zu können.
Gabriele Klein: Die...
Der Kompaniemanager der DIN A 13 tanzcompany hat ein klitzekleines Anliegen: die Gleichstellung sogenannter behinderter Tänzer mit Nichtbehinderten. Da hat er sich was Delikates ausgesucht. 99 Prozent der Menschen sahen noch nie einen behinderten Tänzer, einen, der mit einem Bein tanzt oder dies ohne Arme tut oder des Stehens nicht mächtig ist, dem also ein paar...
