biarritz: Thierry Malandain «Romeo et Juliette»

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Was wird aus der Liebe in einer kalten, mechanisierten Welt? Fragen dieser Art stellt sich Thierry Malandain gern. Eine Antwort gibt er nicht, doch nähert er sich dem Kern, wenn er die Mutter aller Liebesmythen in unsere Zeit versetzt. Kein Paar kommt so häufig auf die Bühne wie Julia mit ihrem Romeo. Das Ballet Biarritz legt noch eine gehäufte Schippe drauf: Malandain vervielfältigt William Shakespeares tragische Helden wie im Kopierer.


 Neun Paare, oft im klassischen, schlichten Hochzeitsstaat, bilden den Nachhall auf das Hauptpaar, getanzt von Nathalie Verspecht und Giuseppe Chiavaro. Die beiden sind die Aushängeschilder einer harmonischen, inspirierten und versierten Kompanie. Zeitgenössisch und hoch dramatisch lässt Malandain die Truppe auftreten. Oft mit Humor brillierend, manchmal gar keck und frivol, zeigt der Chef aus Biarritz, dass er auch in purer Dramatik das Wechselspiel der Emotionen präzise orchestriert.

Weil Malandain musikalisch noch nie im Mainstream schwamm, wählt er nicht Sergei Prokofjews Ballettmusik, sondern Hector Berlioz’ Chorsymphonie. Zu dessen melodramatischen Stimmungen geht es weniger um die bekannten Handlungsstränge als um ein Hinterfragen ...

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Tanz Dezember 2010
Rubrik: kalender, Seite 42
von Thomas Hahn

Vergriffen
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