Ingeborg Liptay
Wer mit 75 Jahren sein Comeback auf der Bühne feiert, zeigt, dass es immer dann noch weitergehen kann, wenn ein Kapitel schon beendet scheint. Ingeborg Liptay ist praktizierende Buddhistin und war einst Kommilitonin von Pina Bausch an der Folkwangschule. Jetzt steht sie wieder auf dem Tanzboden, auf dem die Ursprünge ihres Stils liegen, der ihre Kompanie Ici et Maintenant so unverwechselbar macht. Das Festival «Seine Danse» in Paris produzierte ihr neues Solo «Birds – pour les oiseaux», das ganz und gar auf der Harmonie von Geist und Körper basiert.
Die Widmung im Titel ist kein Zufall. Mit Vögeln kommuniziert sie instinktiv und voll Vertrauen, wie einst der große Jean Babilée. Wenn sie über den Tanzboden gleitet und rollt, schwingt sie ihre Gliedmaßen geschmeidiger, als wenn sie bloß zum Einkaufen geht.
«Auf der Bühne spürt man, dass man nicht aus Beton besteht. Der Körper ist ein unglaublich subtiles Instrument», sagt die Deutsche, die in Montpellier für die Tänzer ihrer Kompanie immer neue Stücke kreiert, und das überwiegend zu den Heavy-Metal-Klängen der Gruppe Tool. Für sich selbst in «Birds» wählte sie Klassik, um die Vögel nicht zu erschrecken. Wenn sie spricht, gleicht die ...
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