Samba!
Umgangssprachlich meint der brasilianische Ausdruck «Samba do crioulo doido» (Samba des verrückten Kreolen) Verwirrtheit. «Samba do crioulo doido» nennt sich nicht ganz zufällig auch die neue Arbeit des in São Paulo lebenden Tänzers und Choreografen Luiz de Abreu. Denn was er tanzt, stiftet Verwirrung. Er wirbelt und verwirbelt die Themen eines Landes voll sozialer Ungleichheit und Herkunft. Am meisten beeindruckt, dass sein Körper diese Mischung, Mulattisierung, Melange perfekt imitiert.
Er konstruiert und organisiert die «Samba des verrückten Kreolen», die Redensart, so buchstäblich wie keiner in seinem eigenen Körper.
Nur zwanzig Minuten dauert das Stück, das mit Hilfe des Programms «Rumos Danca» des Kulturinstituts Itão unter Sônia Sobral realisiert wurde. Das reicht, um beim Publikum in jedem stets ausverkauften Theater ordentlich Verwirrung auszulösen: Nackt, lediglich mit einem Paar silberner Stiefel mit sehr hohen Absätzen ausstaffiert, ist Luis de Abreu zuerst nur als Silhouette eines sich zu einem langsamen Samba-Rhythmus bewegenden Körpers zu erkennen. Die heisere Stimme der Sängerin Elza Soares, erst kaum hörbar, zitiert die Liedstrophe: «Das billigste Fleisch auf dem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ist es vorbei? Soll ich, so der Tänzer und Choreograf Xavier Le Roy in der Einleitung der von ihm zusammengestellten Diskussionsrunde, mir hier mein eigenes Grab graben? War da was: eine einheitliche Bewegung, ein Stil, eine Richtung, die den zeitgenössischen Tanz und die Performance der letzten zehn Jahre ausgezeichnet hätte? «Inventory: Dance And Performance»...
Ab Juli soll Margaret Illmann als classical lecturer an der Western Australian Performing Arts Academy in Perth unterrichten und sich mit Lucette Aldous und Marilyn Rowe dort die Arbeit für den Bereich Klassisches Ballett, Spitze, Repertoire und Choreografie teilen. Gyula Harangozó, künftiger Direktor des Wiener Staatsopernballetts, hat ihr zudem einen...
Die Tanzstudenten der Musikhochschule Köln haben einen prominenten «Patenonkel»: den Choreografen Robert Cohan, langjähriger Leiter des London Contemporary Dance Theatre. Und der ist spendabel: Seit der Neugründung des Studiengangs Tanz 1997, als das Institut für Bühnentanz im Fachbereich 3 der Staatlichen Hochschule für Musik Köln aufging, hat er den rund 60...
